## Abstract Bei der Untersuchung der Rückstände auf Scherben eines bei Ausgrabungen in Ägypten gefundenen Kruges, der wahrscheinlich aus dem 6. Jh. v. Chr. stammt, wurden noch intakte langkettige, gesättigte n‐, iso‐ und anteiso‐Fettsäuren sowie Wachsester gefunden. Daneben fanden sich in den Relik
Nachweis und Identifizierung von archäologischen Fetten
✍ Scribed by Rottländer, Rolf C. A.
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1985
- Weight
- 392 KB
- Volume
- 87
- Category
- Article
- ISSN
- 0931-5985
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✦ Synopsis
Nachweis und Identifizierung von archaologischen Fetten * V m R 0 f C . A . R o t t l a n d e r **
Aur dem Inrtitut f i r Urgeschichte der Universitiit Tiibingen
Verglichen mit der Lebensmittelchemie bestehen die besonderen Aufgaben des Fettnachweises in arch~logischen Funden darin,moglichen Veriinderungen der Fettsaureketten durch die Bodenlagemng Rechnung zu tragen. Doch miissen Veidnderungen in der prozentualrn Zusammensetzung nicht unbedingt auftreten. Es gibt geniigend Beispiek I a 11 allem aus zoologisch bestimmten subrezenten Knochen dafiir, daJ3 zwar die Gesamtfettmenge drastisch reduziert ist, der verbliebene Rest aber unwesentlich verbdert erscheint. Im Falle der Veidndemng I%Bt sich auf empirischer Grundlage von zwei Seiten her eine Losungsmoglichkeit anstreben: Reine Fettsauremethylester und rezente Fette iiberlat man der Einwirkung der naturlichen Umwelt und analysiert nach einiger Zeit auf stattgefundene Veidnderungen. Da wegen der vergleichsweise kurzen Zeit so nur einleitende Urnwandlungen f&barsind,geht mangewissemden von der anderen Seite aus: Bei archaologischen Funden hat genugend Zeit zur Umwandlung zur Verfiigung gestanden. Aus Objekten, die vom Archkbotaniker als Samen bestimmter Pflanzen oder vom Archaozoologen als Knochen bestimmter Tiere identifiziert wurden, werden die Fette extrahiert und mit rezenten Fetten verglichen. Besonders durch die Altersstaffelung der Funde werden Umwandlungswege sichtbar.
Einleitend sei kurz dargelegt, welche Griinde uns veranldten, Fettanalysen durchzufiihren. Unser eigentliches Anliegen vor wenig mehr als sieben Jahren war es, mehr Erfahrungen uber die ehemaligen Inhalte neolithischer GefaBe zu sammeln. Obwohl ,,angebackene" Speisereste gar nicht so selten sind, fmdet man nicht regelmaig pfldiches Gewebe. Wir entschlossen uns deshalb, solche Krusten chemisch m untersuchen. Ein entsprechender Antrag an die VW-Stiftung wurde gestellt und genehmigt. . . -. -# 5 m n Abb. 1. Angebackene Speisereste Zunachst untersuchten wir systematisch die thermische Stabilitat von Proteinen, Zucker, Starke, Cholesterin und auch Fetten. Die Ergebnisse waren weitgehend enttauschend: Bei der Brhnung der Speisen zersetzen sich Proteine, Zucker und Starke. Cholesterin ist etwas besthdiger. Die einzige Stoffldasse, die unter giinstigen Umstiinden bis etwa 4OOOC relativ stabil ist, ist die der Fette. Mit diesem Befund war die Forschungsrichtung vorgezeichnet.
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