Über Seidenfibroin. I
✍ Scribed by Brill, Rudolf
- Publisher
- Wiley (John Wiley & Sons)
- Year
- 1923
- Weight
- 657 KB
- Volume
- 434
- Category
- Article
- ISSN
- 0074-4617
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✦ Synopsis
Die nachstehenden Ausfiihrungen gehen von dem Befund aus, dal der naturliche entbastete Seidenfaden, also das Fibroin, eine krystalline Subatanz enthalt, die als solche der rontgenographischen Untersuchung zugiinglich ist.l) Diese Eigenschaft kann dazn benutzt werden, um 1. zu entscheiden, ob in allen Seidenarten derselbe krystalline K6rper vorhanden ist und 2. Schlusse aus dem Rontgendiagramm auf die chemische Konstitntion dieses krystallinen Korpers zu ziehenS2)
Znm VerstLndnis der nachfolgenden Ausfiihrungen scheint es notwendig, zunachst in Kurze anf die Methodik der Auswertung eines Rontgendiagramms einzugehen:
Unter dem Elementarknrper eines Krystalles versteht man den kleinsten Teil desselben, der bereits al!e Symmetrieeigenschaften des makroskopischen Krystalles besitzt. Der letztere besteht aus liickenlos aneinander gereibten Elementarkorpern, welche durch Parallelverscliiebung miteinander zur Decknng gebracht werden konnen. Um das Rnumgitter eines Krystalles zu bestimmen, braucht man daher nur seinen Elementarkgrper zu untersuchen.
Durch die in den Elementsrkorpern mehr oder minder symmetrisch verteilten Atome entstehen die Netzebenen des Krystalles. Zwischen den Identitatsabstanden aller moglichen Netzebenen und den Abmessungen des Elementarkorpers besteht folgende geornetrische Beziehung: ,,R l ,(1) d h k l wo h, k, E die Millerschen Indizes der betrschteten Netzebene, 1) R. 0 H e r z o g u. W. J a n c k e , I%. 53, 2162 (1920). ' ) Vgl. hierzu &I. Polanpi, Natorm. 9, 288 (1921). 7 Den Abstand eweier identischer Nctzcbenen nennt man Identitfitsabstand. *) M.Polanyi, Z.f.Physik7, 149(1921); Jd.Po1anyiu.K. Wcissen-2) A. a. 0. 8, Da die Aufnahme auf ebeuen Platten gemacht wnrde. berg, Z. f. Phyeik 9, 123; 10, 44 (1922). I) Des Tyrosin ist fast quantitativ bestimmbar (vgl. weiter nnten). *) Die Reflexionen des H Bind eu schwech, nm eine Rolle m epielen. N nnd 0 rind dem C fast gleich, wegen des geringen Unterachiedee im Atomgewicht.
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