Yor vier Jahren. beschrieb ich einige neuartige Reaktionen und Umsetzungen des Papaveraceen-Alkaloyds Chelerythrin, von dem man damals nicht vie1 mehr als die empirische Zusammensetzung kanntel). Jene Mitteilung hat neuerdings Gadamer,) einer eigenartigen Kritik unterzogen, auf die ich im folgenden
Über das Chelerythrin und Sanguinarin
✍ Scribed by Anna Stichel
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1924
- Tongue
- English
- Weight
- 869 KB
- Volume
- 262
- Category
- Article
- ISSN
- 0365-6233
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✦ Synopsis
und mehrfach mit Xther ausgeschiittelt. Das hieraus erhaltene Osy: dationsprcrdukt wog 0.23 g. Es wurde noch zweimtal iiber das salz: saure Salz gereinigt. Die Losung des Chlorhydrates war rot gefarbt, zeigte aber keinerlei Neigung zur Kristallbildung. Beim Eindunsten schieden sich aus der Losung amorphe Flockeii aus. Daher wurde das Chlorhydrat ins Cyanid ubergefiihrt, indem die salzsaure Losung mit wasseriger Cyankaliumlosung im Uberschul3 versetzt wurde. Der rotlichweiBe Niederschlag, der sich momentan abschied, wurde abr gesaugt, getrocknet und aus Chloroform und Alkohol umgclost. Trotz vielfacher Versuche und Bemiihungen gelang es nicht, die Bromvers bindung kristallinisch zu erhalten, daher muf3te von einer Analyse Abstand genommen werden. In seinem sonstigen Verhalten ent: sprach das Bromcyanid vollkommen dem Pseudochelerythrincyanid. C 2 2 R m e r--S t i c h e 1 111. Ubes das Chelerythrin und Sanguinarin. Von A n n a S t i c h e l . ' ) Die Untersuchungen von K. W i n t e r f e 1 d haben es zwar sehr wahrscheinlich gemacht, da13 das Sanguinarin wesensgleich mit dein von ihm durch Oxydation von Chelidonin mit Mercuriacetat usw. dar+ gestellten Pseudochelerythrin sein konnte; es ist aber ebenso moglich, daB in Chelidonium majus neben Chelerythrin und Sanguinarin noch ein drittes ahnliches Alkaloid vorkommt, eben das W i n t e r : f e 1 d sche Pseudochelerythrin. Schon die Untcrsuchungen von J. G a d a m c r *) hatten ergeben, da8 ein im Marburger Pharm.:chein. Institute vorhandenes Sanguinarin unbekannter Herkunft, dessen Chlorid nicht in roten, sondern in kupferfarbenen Nadeln kristallb siert war, ein Cyanid gab, dessen Schmelzpunkt fast mit dem des Cyanids .aus dem Oxydationsprodukte des Chelidonins iiberein: stimmte (237-240 O gegen 235.5-237 O). An eine Wesensgleichheit des Chelidoninabkommlings mit Sanguinarin wagte J. G a d a m e r noch nicht zu glauben, da das Sanguinarin nach den Untersuchungeii der fruheren Bearbeiter 3 , eine Methoxylgruppe enthielt. Nahm man an, da8 von den iibrigen drei Sauerstoffatomen zwei als eine Dioxy: inethylengruppe vorlagen, was sehr wahrscheinlich war, so blieb noch ein Sauerstoffatom in seiner Funktion aufzuklaren ubrig. Wie J. G a d a m e r aus dem Verhalten des Sanguinarins -Unloslichkeit in Natronlauge -schloi3, konnte dieses letzte Sauerstoffatorn n i c h t als Hydroxylgruppe vorliegen. Eine schwache Moglichkeit bestand,. daB es sich um ein CarbonylsSauerstoffatom handeln konnte, wenil man namlich annehmen wollte, dal3 K a r r e r 4, bei seinen Arbeiten uber das Chelerythrin, dem er nach seinem Verhalten eine Carbony15 gruppe tuschrieb, nicht dieses, sondern Sanguinarin als Ausgangs;. 1) Auszug aus Jer 1naug.rDiss. Marburg 21. 111. 1923.
2)
Dieses Archiv 258, 163 (1920). 3) Arch. d. Pharm. 231, I65 (1893).
- Ber. 50, 221 (1017).
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Karrer: aber Chelerythrin. [Aus der Chemischen Abteilung des Georg-Speyer-Hauses, Frankfurt a. M.] (Eingegangen am 4. November 1916.) Das Papaveraceen-Alkaloid Chelerythrin ist bis heute sehr wenig untersucht worden. Eigentlich das einzige, was wir von ihm wissen und im wesentlichen E. S c h m i d