Yor vier Jahren. beschrieb ich einige neuartige Reaktionen und Umsetzungen des Papaveraceen-Alkaloyds Chelerythrin, von dem man damals nicht vie1 mehr als die empirische Zusammensetzung kanntel). Jene Mitteilung hat neuerdings Gadamer,) einer eigenartigen Kritik unterzogen, auf die ich im folgenden
Über Chelerythrin
✍ Scribed by Karrer, P.
- Publisher
- Wiley (John Wiley & Sons)
- Year
- 1917
- Weight
- 485 KB
- Volume
- 50
- Category
- Article
- ISSN
- 0365-9631
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✦ Synopsis
Karrer: aber Chelerythrin.
[Aus der Chemischen Abteilung des Georg-Speyer-Hauses, Frankfurt a. M.] (Eingegangen am 4. November 1916.) Das Papaveraceen-Alkaloid Chelerythrin ist bis heute sehr wenig untersucht worden. Eigentlich das einzige, was wir von ihm wissen und im wesentlichen E. S c h m i d t und seiner Schule verdanken, ist die empirische Zusammensetzung, sowie diejenige einiger Salze und Doppelsalze.
Mich interessierte dieses Alkaloid, abgesehen von anderen Eigenschaften, hauptsachlich noch deshalb, weil die f a r b l o s e Alkaloidbase inteasiv g e f a r b t e gelb-orange Salze liefert, eine Eigenschaft, die wir sonst bei keinem anderen Alkaloid antreffen, uud die auf interessante ~n d besondere Verhaltnisse hinzuweisen schien.
E. S c h m i d t 1 ) hat mit seinen
Mitarbeitern, K o n i g , T i e t z und R. F i s c h e r , fur Chelerythrin die ernpirische Formel CzlHl, NO4 aufgestellt, die sich namentlich aus der Analyse der Salze mit Mineralsauren ergab. Fur eine aus alkoholhaltigen Medien umkrystallisierte Chelerythrinbase stirnmte die Analyse auf die Hruttoformel C g t HI, NOI,C,H:, . OH, wahrend ein anderes Praparat der Chelerythrinhase, das nicht mit Alkohol in Beriihrung gekommen war, die Zu- snmmensetzung Cal HIT NO,, ' l a H10 aufwies. Die Methoxylbestimmung, yon T i e t z ausgefiihrt, ergab zwei Methoxylgruppen. Wenn ich noch anfuhre, da13 E. S c h m i d t salzsaures, jodwasserstoffsaures Chelerythrin, ferner Chelerythrin-Platinchlorid und Chelerythrin-Goldchlorid untersucht und beschrieben hat, so durfte die gauze neuere Literatur uber diese Pflanzenbase erwahnt worden sein. Zu meinen Untersuchungen benutzte ich ein Praparat der Firma E. M e r c k , das durch vielmalige Krystallisation gereinigt worden mar. Die Angaben YOU S c h m i d t und seinen Schiilern konnte ich d l e im wesentlichen bestatigen. Im besonderen wies die Analyse der Chelerythrinsalze auf die Formel CZI HI, ON,, HX, diejenige der alkoholhaltigen Chelerythrinbase auf die Formel CatHir NOd,C,H5. OH und diejenige eines Chelerythrinpraparates, das nie rnit Alkohol in Beriihruug gekommen war, auf die Formel Ctl HI, NO*, '/a HaO. Auffallig erscheint nun vor allem, worauf schon S c h m i d t hingewiesen hat, daf3 das eine Molekiil Alkohol des alkoholhaltigen Praparates und das ' h Mol. Wasser des wasserhaltigen Praparates auch bei Temperaturen bis zu 150° nicht abgegeben werden. Da-I) Ar. 231, 150 u. ff. [1893]; 289, 412 [1901].
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