Ueber die lösliche Stärke
✍ Scribed by Wróblewski, A.
- Publisher
- Wiley (John Wiley & Sons)
- Year
- 1897
- Weight
- 163 KB
- Volume
- 30
- Category
- Article
- ISSN
- 0365-9631
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✦ Synopsis
Man bezeichnet mit dem Namen Dlosliche Stiirkea und DAmylodextrina mitunter ganz verschiedene, mitunter aber dieselben Substanzen, wie wir aus der einschlagigen Litteratur leicht ersehen konnen'). W i r werden, um sllen Missverstandnissen vorzubeugen, rnit dem Namen ,liisliche Stiirkea: das erste Umwandlungsproduct der genuinen Starke bezeichnen. Amylodextrin ist ein Umwandlungsproduct der liislichen Starke und demnach von derselben verschieden. Liisliche Starke wird rnit J o d rein blau gefiirbt und reducirt F e h l i n g ' s c h e Losung nicht, Amylodextrin wird von J o d rothbraun gefarbt und reducirt schwach F e hling'sche Losung. D a r s t e 11 un g. Ich habe verschiedene iibliche Darstellungsmethoden der liislichen Stiirke ausprobirt und bin zum Schlusse gekommeu, dass das folgeiide Verfahren empfehlenswerth ist. Man verreibt 100 g bester Reisstarke rnit kleinen Quantitaten 1-proc. Kalilaiige und lilsst 2-4 Stunden stehen. Die gleichmtsaig gequollene Mawe wird Init kleinen Portionen von 1 proc. Kalilauge unter gutem Mischen versetzt, bis das Ganze ein Volum von 600 bis 800 ccm einnimmt. Die erhaltene gallertartige Masse wird in einein Kolben so lange nuf dem Wasserbade unter bestiindigem Umschiitteln erhitzt, bis sie ganz diinnfliiusig geworden ist, dann auf der freien Flamme 20-30 Miniiten gekocht, filtrirt, rnit ERsigsaure his zur schwach sauren Reaction neutralisirt und rnit gleichem Volum 95 proc. Alkohol ausgefallt, wieder gelost, wieder gefgllt, in kleiner Menge Wasser gelost, in diiiinem Strahle unter sehr starkem Umruhreri in eine grosse Menge von absolutem Alkohol gegossen, mit absolutem Alkohol und Aether ausgewaschen und im Vacuum getrocknet. Man erhalt ein schiieeweisses Prkparat, welches nur sebr wenig Asche enthalt, rnit J o d eiiie rein blaue Reaction giebt, F e h l i n g ' s c h e Losung nicht reducirt und im Wasser in einer Menge von beinahe 4 pCt. loslich ist. S p a l t u n g d e r S t a r k e u n t e r d e r W i r k u n g v o n A l k a l i e n . Bei Ausfiihrung des oben angegebenen Verfabrens zur Darstellung der loslichen Starke wird die in der Fliissigkeit befindliche Kalilauge mit Essigsaure neutralisirt. Dies ist aber nicht nothwendig, weil wir auch durch das wiederholte Fallen niid huskochen rnit Alkohol Kalilauge entferoen konnen, sie ist nicht chemisch rnit liislicher Stlirke gebunden. W i r nehmen Essigskure iiur deshalb, weil Kaliumacetat
l) Beilatein, Handbucb der organischen Chemie, Bd. I, 1082. T o l l e n s , Handbuch der Kohlenhydrate, Bd. I u. 11.
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