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Frankreichs chemische Industrie

✍ Scribed by Dr. F. Bommer


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1949
Tongue
German
Weight
474 KB
Volume
21
Category
Article
ISSN
0009-286X

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✦ Synopsis


Vor Beginn des letzten Krieges stand Frankreich als Chemieerzeuger mit rund 8"/0 der Weltproduktion hinter den USA, Deutschland und GroDbritannien a n 4. Stelle. Inzwischen hat es Deutschland uberholt und ist in der Weltrangklasse auf den 3. Platz aufgerucktbei einer gleichzeitigen Produktionssteigerung um etwa ein Drittel.

Die der franzosischen chemischen Industrie zugefugten unmittelbaren Kriegsschaden waren relativ wenig bedeutend. Sie werden auf ungefahr 1,5 Mrd. Fr. veranschlagt. Aber die indirekten Kriegsfolgen: Mangel a n Rohstoffen, Energie, Arbeitskraften, der Verlust a n Absatzmarkten und zahlreiche andere Hindernisse brachten auch der Chemie vorubergehend einen schweren Ruckschlag.

Monnet-und Marshall-Plan Um die Wiedergesundung des franzosischen Wirtschaftslebens zu beschleunigen, arbeitete Monnet einen Wirtschaftsplan fur die Jahre 1947-1951 aus, uber den wir mehrfach in unserer Zeitschrift berichteten (s.u.a. Jahrgang 1948 S. 109). Dieser Plan, der im Gegensatz zu den Funfjahresplanen der UdSSR keine starren Produktionsvorschriften, sondern mehr Empfehlungen und Richtlinien enthalt, hat die Wirtschaft des Landes gunstig beeinflubt.

In den ersten zwei Jahren des Monnet-Planes hat das Realeinkommen der Bevolkerung um 18O/e zugenommen, und der Durchschnittsverbrauch stieg praktisch wieder auf den Vorkriegsstand. Die Industrieerzeugung lag Ende 1948 bereits wieder auf 85'10 des 1929 erzielten Rekordvolumens, und im ersten Quartal 1949 konnte auch diese letzte Unterschiedsspanne von 1S0/o uberbruckt werdenein Ziel, das nach dem Plan allerdings bereits um die Jahreswende hatte erreicht werden sollen. Der Monnet-Plan ist Ende des Vorjahres abgewandelt worden, um ihn mit den Erfordernissen des ERP zu koordinieren. Charakteristisch fur den neuen Plan ist, daD die Landwirtschaft, die zuvor nur die Selbstversorgung des Landes gewahrleisten sollte, nun auch noch eine bedeutende Ausfuhr stellen soll. Ferner ist eine erhebliche Steigerung der induntriellen Rohstoffexporte vorgesehen. Dagegen treten die Fertigwaren in den Exportprogrammen in den Hintergrund. Auch die Investitionsplane der Regierung sind abgeandert worden. Bis 1952 sind fur die Gesamtwirtschaft Kapitalanlagen in Hohe von 4040 Mrd. Fr. vorgesehen, von denen 130 Mrd. auf die chemische Industrie, weitere 30 Mrd. auf die Stickstoffindustrie und 20 Mrd. auf die Kunstfaserindustrie entfallen sollen. Es ist u. a. beabsichtigt, die Produktion von Kohle von 43,6 Mill. t 1938 auf 60 Mill. t 1952 zuzuglich 13 Mill. t Saarkohle (1938: 12 Mill. t) zu steigern, diejenige von elektrischer Energie auf 40 (1938: 21) Mrd. kWh, von Stahl auf 12,5 (8.5) Mill. t, von Aluminium auf 105000 (43 000) und von Rohphosphat in Nordafrika auf 7 ( 3 3 ) Mill. t. Vorkriegrproduktion bereits weit uberholt Die chemische Industrie konnte im vergangenen Jahr ihre Aufbauarbeit erfolgreich fortsetzen. Sie wurde hierbei begunstigt durch die gute Ernte 1947, die eine gesteigerte Eigenversorgung mit Lebensmitteln und damit die Freigabe groDerer Devisenkontingente fur Rohstoff-und Kohlenimporte ermoglichte. Dazu kam die Hilfe des Marshall-Planes und die weitere Lockerung der Zwangswirtschaft. Wichtig war ferner der Wiederaufbau der metallverarbeitenden Industrie, deren Ausfall vorher alle Bauprogramme behindert hatte. Abgesehen Yon einigen Metallen, wie Zink, Blei und Kupfer, hatte die chemische Industrie kaum Mangel a n Rohstoffen. Die Energieversorgung war in den ersten 9 Monaten im allgemeinen ausreichend. Im letzten Quartal verschlechterte sie sich allerdings. Behalter und sonstige Verpackungsmaterialien standen in steigendem Umfang zur Verfugung. Wenn auch die Produktionsziele des Monnet-Planes nicht auf allen Gebieten voll erfiillt werden konnten, so waren die Fortschritte gegen 1947, insgesamt betrachtet, recht erheblich. Die Chemieproduktion erreichte 1948 einen Stand, der um 28O/o iiber dem des Jahres 1938 bzw. 13Oh uber dem des Rekordjahres 1929 lag. Besonders stark hat sich die Erzeugung von o r g a n i s c hc h e -


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