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Über Zellatmung

✍ Scribed by Szent-Györgyi, A.


Publisher
Wiley (John Wiley & Sons)
Year
1939
Weight
669 KB
Volume
72
Category
Article
ISSN
0365-9631

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✦ Synopsis


Vortrag, gehalten in d. Besond. Sitzung d. D e u t s c h e n Cfiemischen G e s e l l s c h a f t am 11. E'ebruar 1939; eingegangerl am 24. Februar 1939.1

Meine Damen und Herren! Es ist mir eine groWe Ehre und Freude, in diesem historischen Raum uber das Problem sprechen zu diirfen, das mich seit 15 Jahren beschaftigt. Das Problem ist so ausgebreitet, daB ich keine Moglichkeit sehe, Ihnen eine ausfuhrliche Beschreibung zu geben. Ich werde mich auf eine kurze obersicht beschranken miissen und ich hoffe, daB Sie mir vergeben werden, wenn ich selbst diese Cbersicht aus dein engen Gesichtskreis gebe, unter dem ich die Entwicklung dieser Frage gesehen habe, und daB ich bei dieser Schilderung meiner eigenen Arbeit vie1 mehr Zeit widmen werde, als sie objektiv betrachtet verdienen wurde.

Unsere Kenntnis der Zellatmung griindet sich auf zwei Pfeiler : einerseits auf die Theorie der Wasserstoffaktivierung von W i e l a n d , die besagt, daf3 im tierischen Korper alle Nahrstoffe dehydrierend oxydiert werden, andererseits auf die Theorie W a r b u r g s ; nach ihr reagiert der Sauerstoff in der Zelle unmittelbar mit gewissen Metallatomen und erfahrt dadurch sozusagen eine Reaktivierung. Den Bogen zwischen diesen beiden Pfeilern bilden die Erkenntnisse der letzten zwei oder drei Jahrzehnte. Diese Arbeiten haben gezeigt, daR der Wasserstoff, der von dem Nahrstoffmolekiil abgespalten wird, nicht unmittelbar mit Sauerstoff oder dem ihn aktivierenden Metal1 reagiert, sondern daB er, zunachst durch eine Reihe von intermediaren Substanzen iibernommen, zum Sauerstoff hin transportiert wird. E r wird von Substanz auf Substanz iibertragen, und dabei wird bei jedem Schritt ein Teil seiner Energie in Freiheit gesetzt. Wahrscheinlich fiihrt die Natur gerade deshalb diese einfache Reaktion 2 H -+ 0 auf so verwickelte Weise aus, daB namlich die Energie dieser so energie-reichen Reaktion in kleinen Quantitaten frei gemacht werde.

Aber selbst nach dieser Wanderung erreicht der Wasserstoff nicht den Sauerstoff, sondern trennt sich zunachst von seinem Elektron. Dieses wird von Metallatom zu Metallatom iibertragen, bis es schlieQlich den Sauerstoff erreicht. Wir sehen also, daQ die Zelle eigentlich nur einen Brennstoff kennt, den Wasserstoffihr Mittagessen ist im wesentlichen nur eine gebundene Form des Wasserstoffs -; dieser Wasserstoff macht eine lange Wanderung durch und trennt sich dann von seinem Elektron, das dann die Reise zum Sauerstoff hin fortsetzt, wahrend deren die Energie in kleinen Bruchstucken in Freiheit gesetzt wird.


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