Über hochpolymere Verbindungen. 24. Mitteilung. Über die Hydro-poly-indene
✍ Scribed by H. Staudinger; H. Johner; G. Schiemann; V. Wiedersheim
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1929
- Tongue
- German
- Weight
- 610 KB
- Volume
- 12
- Category
- Article
- ISSN
- 0018-019X
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✦ Synopsis
Nach tier alteren Harries'schen Auffassung ist der Kautschuk ein Dimethyl-octadien, das sich als ungesattigte Verbindung infolge seiner Webenvalenzen assoziiert. Diese Auffassung hat Harries spater dahin erweitert, dass er grossere Ringe als Grundkorper des Kautschuks annahm3). Diese Anschauung ist nicht zutreffend, denn wie Staudinger und Fritschi4) schon vor langerer Zeit zeigten, ist der bei der Rednktion des Kautschuks entstehende Hydro-kautschuk ein hochmolekularer Paraffinkohlenwasserstoff. Nach der Harries'schen Auffassung war ein relativ niedermolekulares gesattigtes Produkt zu erwarten. Bei diesem sollten infolge des Fehlens von Webenvalenzen Assoziationen und RO die Bildung von Kolloidteilchen nicht mehr erfolgen.
Auch bei den Poly-indenen, wie bei den Poly-styrolen, konnte man nach der Harries'schen Auffassung annehnien, dass infolge der Nebenvalenzen, die von den ungesattigten Benzolkernen ausqehen, Assoziationen kleinerer Grundrnolekeln mijglich sind. Zur Widerlegung dieser Anschauung war es von Bedeutung, in diesen Produkten den aromatischen Kern zu reduzieren, um die Eigenschaften der gesattigten hydroaroma tischen Verbindungen kennen zu lernen. bei denen Assoziationen nicht" mehr auftreten diirften.
Wie in einer andern Arbeit schon gezeigt5), lassen sich Poly-styrole zu Hexahydro-poly-styrolen reduzieren, die die Eigenschaften eines hydroaromatischen Korpers besitzen, also gegen Reagenzien ausserordentlich widerstandsfahig sind. Dabei haben diese Produkte den Charakter eines Hemikolloids, bestehen also aus einem Gemisch von relativ hochmolekularen Kohlenwasserstoffen.
Auch die Poly-indene lassen sich unter gleichen Bedingungen wie die Poly-styrole, also mit Nickel als Katalysator bei 260-270°, in Hexahydro-poIy-indene iiberfuhren. Die Reduktion verlauft also nach folgender Gleichung :
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