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Züchtung von erucasäurefreiem Raps in Ungarn

✍ Scribed by Kurnik, E. ;Perédi, J. ;Jáky, M. ;Szántó, I. ;Zelles, J.


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1978
Weight
448 KB
Volume
80
Category
Article
ISSN
0931-5985

No coin nor oath required. For personal study only.

✦ Synopsis


Iron E. K u r n i k , J. P e r d d i , M. Ja'ky, I. S z a ' n t 6 und J . Z e l l e s *

Atis dem Forsallungsinstitut fiir htttermittelanbau, Iregnemcse, Ungarn

Die neuesten Ergebnisse der Rapsziichtung in Ungarn werden behandelt, wobei zum Vergleich die Kenndaten' des derzeitig in Ungarn angcbauten Winterrapses (Brassica napus) dienen. Zur Ziichtung neuer Rapssorten wurden au5er ungarischen Sor- ten auch erucasPurefreie Rapssorten kanadischer Herkunft und polnische Sorten benutzt. Durch Kreuzung der genannten Sor. ten wurden eine erucasaurefreie Linie (IR-0) und eine erucaslurearme Linie (IR-1J erhalten. Die Kenndaten dieser neuen Linien werden mitgeteilt. Die neuen Linien werden z.Z. in staatlichen Versuchsanstalten gepriift. Auf Grund der bisher vorliegenden Ergebnisse kann festgestellt werden, da5 die neuen Sorten zahlreiche vorteilhafte Eigenshaften besitzen.

In Ungarn ist der Raps nach der Sonnenblume die zweitwichtigste Ulpflanze. Seine Anbauflache schwankt jahrlich und hangt vom Ergebnis der vorjahrigen Ernte und der Witterung ab; sie erreicht aber gewohnlich ein Drittel der Anbauflache von Sonnenblumen.

Die in Ungarn angebauten herkommlichen Rapssorten sind im allgemeinen von groderer und sicherer Ertragsfahigkeit und Winterfestigkeit als die bei unseren Versuchen verwendeten auslandischen erucasaurearmen bzw. erucasaurefreien Sorten; auch ihr U1-Gehalt ist etwas hoher. Der Erucasaure-Gehalt des Uls dieser angebauten Sorten ist aber ahnlich wie bei den herkommlichen Sorten von Winterraps (Brassica napus) sehr hoch (ca. 50 Vo). Wegen dieses hohen Erucasaure-Gehaltes wird die Verwendung des ales fur Speisezwecke in Zukunft Schwierigkeiten bereiten.

Der Gehalt an der essentiellen Linolsaure ist verhaltnismadig gering. Eine weitere, nachteilige Eigenschaft ist der Glukosinolat-Gehalt. Deshalb durfen Futtermittel nur begrenzte Mengen an Rapsschrot aufweisen.

Aus obigen Grunden wurde gegen Ende der sechziger Jahre ahnlich wie in den ubrigen rapsanbauenden Staaten auch in Ungarn mit der Zuchtung erucasaurefreier Rapssorten begonnen.

AuiSer der Verringerung des Gehaltes an Erucasaure verfolgten wir auch sonstige Ziele der Rapszuchtung, und zwar eine Erhohung des Gehaltes an Linolsaure, eine Herabsetzung des Gehaltes an Linolensaure und eine Verringerung des Gehaltes an Glukosinolat. Zur Zeit werden auf dem uberwiegenden Teil der Anbauflache in Ungarn die folgenden drei Sorten kultiviert: ,,Fertodi" (Kohlraps), ,,Uj Fertodi" (Kreuzung von Kohlraps und Sommerrubsen) und Gorczanszky (Kohlraps polnischer Herkunft). Es handelt sich also um drei Winterrapssorten aus Kohlraps oder aus seiner Kreuzung.

Als Ausgangsmaterial zur Ziichtung von erucasaurefreien sowie verhaltnismadig wenig Glukosinolat enthaltenden Rapssorten dienten in erster Reihe die Kreuzungen zwischen den erucaszurefreien Populationen kanadischer Herkunft und den Populationen einheimischer bzw. polnischer Sorten.


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