Die Diagnose einer Pfropfsehizophrenie kommt in einer Klinik oder in der nerven/irztliehen Praxis viel seltener vor als in der AnstMt. Daffir gibt es zwei naheliegende Erkl/~rungen. Die eine liegt im Sedimentationseffekt, der die Anstalten trifft. Die andere grfindet sieh in der Unsieherheir der Beu
Zur Problematik der sogenannten eidetischen Trugwahrnehmungen
✍ Scribed by H. Völkel
- Book ID
- 104735961
- Publisher
- Springer-Verlag
- Year
- 1963
- Tongue
- English
- Weight
- 715 KB
- Volume
- 204
- Category
- Article
- ISSN
- 1433-8491
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✦ Synopsis
Als JAn~SCR vor fiber vier Jahrzehnten seine Untersucbungen fiber Eidetik verSffentlichte, lag es wohl nahe, daraus fruchtbare Erkenntnisse ffir die Psychopathologie der Trugwahrnehmungen zu erwarren. JA~Nsc~ und seine Mitarbeiter verglichen die eidetischen Phiinomene oft mit HMluzinationen und forderten eine ,halluzinatorische Deutlichkeit" als Kriterium echter Anschauungsbilder. Diese Erwartungen haben sich nicht erffillt. Die umfangreiche Literatur fiber Eidetik hat im psychiatrischen Schrifttum kaum einen Niederschlag gefunden. Vereinzelte Versuche (z. B. MISKOLCZr u. SCHULTZ), die Eidetik generell heranzuziehen zur ,Erkli~rung" pathologischer Trugwahrnehmungen --einschliel~lich schizophrener HM]uzinationen --, stie~en auf scharfe Kritik, die von CA~L SC~ID~ aueh experimentel] unterbaut wurde. Die empirischen Grundlagen der Eidetik w~rden dabei nie angezweffelt und zum gesicherten Wissensbestand der Psychologie gerechnet. Diese Grundlagen sind nun aber in jiingster Zeit erschfittert worden durch die Untersuchungen yon Di2~E~ und TRAX~L, die ira Raum yon Marburg, in dem ja auch JAE~sc~ seine Untersuchungen durchffihrte, mit exakter Methodik 1348 Kinder und Jugendliche auf ihre F~thigkeit prfiften, wahrnehmungsgems Ansehauungsbilder zu sehen. Sit kamen dabei zu der iiberraschenden Feststellung, dal~ kein einziges der Kinder real im l~aum gesehene Anschauungsbilder hatte, entsprechend dem yon JAENSCH geforderten ,Sehen ira buehstiiblichen Sinne".
Einige Kinder waren allerdings zu de~aillierten Bildwiedergaben f~hig; bei ihnen fand sich ein sehr gutes VorstellungsvermSgen, jedoch keine wirkliche Wahr-nehmungsqualiti~t der Vorstellungsbilder. So wurde eine sehr komplexe sinnlose Vorlage mit zahlreichen De~ails, die kaum in innere Beziehung zu bringen sind, yon einem neunj~hrigen hoehbegabten Jungen sofort naeh der Betrachtung fiberraschend genau wiedergegeben. Auch sachs Wochen sparer noch gel~ng ihm eine ausgezeiehnete Reproduktion, ohne dai~ er yon der geplanten Wiederhohng des Versuches gewul~t hat~e. Dieser Junge, der Leistung nach ein ,,Starkeidetiker" im Sinne yon JAE~scIL hatte niemMs ein Anschauungsbild gehab~ und reproduzierte die Bilder rain ged~chtnismi~ig.
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