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Zur Kenntniss des specifischen Drehungsvermögens gelöster Substanzen

✍ Scribed by Landolt, H.


Publisher
Wiley (John Wiley & Sons)
Year
1876
Weight
741 KB
Volume
9
Category
Article
ISSN
0365-9631

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✦ Synopsis


L a n d o l t : Zur Kenntniss des specifischen Drehungsvermogens geloster Substanzen.

.Eingegangen am 12. J u n i ; verlesrn in der Sitzung ron Ern. Oppenheim.) Die specifische Drehung [a], d. h. der Winkel, um welchm die !'olarisarionsebene eines Srrahles abgelenkt wird, wenn derselbe durrh cline 1 Deeimcater langr Schicht einer Fliisdgkeit geht, welche in 1 CC. 1 Gramm activer Substztnz enthailt, vrgiebt sich bekanntlich aus den Formeln : von welchen gilt, und worin bedeutet: 1) fur r e h e , fliissige, active Korper, 2 ) fur Losungen L( der beohachtete Ablenkungswinkel in Graden und Decimalen derselben, I die LBnge der angewandten Fliissigkeitsaiiule in Decimetern, d das spec. Gewictit der reinen activen Substanz oder ihrer Losung, c die Concentration, d. h. die Anzahl Gramme activer Substanz in 100 CC. Losung, p der Procentgehalt, d. h. die Gewichtsmenge activer Substanz in 100 Gewichtbeilen Losung, q sol1 in der Folge die Gewichtsrnenge an inactivem Losungsmittel in 100 Gewichtstheilen Losung bezeichnen, so dass demnach p + q = 100. Die specifische Drehung einer reinen, fliissigen , activen Qubstanz ist, wenn a und d stets bei der nlmlichen Temperatur bestimmt werden, eine constante Zahl. Ermittelt man nun fur einen solchen Korper z. B. Terpentinol, die spec. Rotation erst fur sich und hierauf in Gemengen mit indifferenten Losungsmitteln , so ergeben sich, wie zuerst B i o t ') nachgewiesen hat, aus den letztern Werthe, welche von der fur die reine Substanz erhaltenen mehr oder minder stark abweichen; es erleidet also das ursprungliche Drehungsvermogen des Korpers durch die Gegenwart inactiver Molakiile Verlnderungen. Diese letztern hangen nun nicht hlos ah von der Natur des Verdunnungsniittels, soridern aucli von dessen Menge, und zwar zeigen die rinen activen Substanzen bei steigendern Zusatz der inactiven Fluseigkeit eine fortwahrende Vermehrung ihrer spec. Rotation, wahrend bei andern eine Verminderung auftritt. Fur ein und dasselbe Msungsmittel, die namliche Concentration und gleiche Temperatur ist dagegen die spec. Drehung eines Korpers constant. I ) B i o t , Ann. Chim. Phys. [3] 36, 267. *) Ann. Chim. Phya. [3] 11, 82 -28, 368 -29, 430 -59, 229.

') B i o t , Ann. Chim. Phys. [ S ] 28, 354. * 0.03 pCt. des Drebungspanktes iiberstiegen. Was die Lange der Fliissigkeitsrijhren betrifft, so wurde dieselbe mittelst eines Rathetometers mit einer Genauigkeit von * 0.02 Millimeter bestimmt. Bei l ) G e r n e z , Ann. de 1'Qcole norm. sup. I, 1. ') T u c h s c h m i d , Journ. f. prakt. Chem. [Z] 2, 235.


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Einige organische Substanzen besitzen bekanntlioh die Eigenthiimlichkeit, dafs sie theils fiir sich, theils in Losung die Ebene des polarisirten Lichtes ablenken. Nach einer neulich von L a n d o 1 t \*) gegebenen Zusammenstellung betriigt deren Anzahl gegen 120, wovon etwa 60 nach links, 50 nach re