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Zur Analytik und lebensmittelhygienisch-toxikologischen Bedeutung von Patulin in Obst und Obstprodukten

✍ Scribed by Fritz, W. ;Buthig, Cl. ;Engst, R.


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1979
Tongue
English
Weight
583 KB
Volume
23
Category
Article
ISSN
0027-769X

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✦ Synopsis


Durch Kombination von extrahierenden, chromatographischen und fluoreszenzdensitometrischen Arbeitsgiingen ist es moglich, Patulin mit guter Genauigkeit und Empfindlichkeit in Obst und Obstprodukten zu bestimmen. Die Erfassungsgrenze betragt 10 pg Patulin/kg; die Wiederfindungsraten liegen zwischen 86 und 92 % hei Variationskoeffizienten zwischen 5,6 und 13,6 %. Eine Storung durch patulinvortauschende Suhstanzen wird weitgehend ausgeschlossen. Patulin wurde in braunfaulen Anteilen von Xpfeln in Konzentrationen zwischen 0,3 und 42 mg/kg gefunden. Hausgemostete Safte, die aus gesunden bzw. von Faulstellen befreiten Fruchten hergestellt worden waren, enthielten kein Patulin. In Apfelsaften des Handels konnten hingegen zwischen 0,02 und 0,3 mg Patulin/l gefunden werden. In nachteglich verschimmelten Produkten waren bis zu 50 mg Patulin/l Apfelsaft bzw. bis zu 0,4 mg Patulin/kg Pfirsichkompott nachweisbar. In 24 anderen Obst-und Gemusesiiften des Handels war Patulin nicht nachweisbar, auch nicht in Apfelwein und in spontan verschimmelten Getreide und in Brotproben. Neben Patulin wurden Obst und Obstprodukte auch auf Aflatoxin und Ochratoxin uberpriift, die jedoch in keinem Falle nachgewiesen werden konnten. Es werden die Moglichkeiten zur Herstellung patulinfreier Produkte diskutiert. Paiulitl, ein Mycotoxin, wurde erstmals 1941 von GLISTER [ 11 als Stoffwechselprodukt eines Schimmelpilzes der 3ruppe Aspergillus gefunden [2]. CHAIN u. a. berichteten uber die Isolierung von Claviformin aus Penicillium claviforme [3], das sich spater als mit Patulin identisch erwies. Weitere Synonyme fir Patulin sind Clavacin, Clavatin, Expansin, Mycoin, Leucopin, Penidicin, Tercinin [2], Gigantin und Penantin [4]. Zunachst wurde die Verwendung des Patulins als Antibiotikum in Envagung gezogen, da Patulin gegen verschiedene grampositive und gramnegative Bakterien hkteriostatisch bzw. bakteriozid wirkt [2]. Die Substanz :rwies sich jedoch bei klinischen Untersuchungen als zu toxisch [5]. Bei Saugetieren wird die Lymphocyten cahl stark gesenkt, die GefiBpemeabilitat nimmt zu, es kommt zu ademen, die Diurese wird blockiert, und der Blutzucker steigt an [6]. Die LD,, fur Mause liegt bei 30 mg/kg i. v., 10 mg/kg S.C. und 35 mg/kg oral


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Zur hygienischen Bedeutung von Patulin i
✍ Thurm, V. ;Paul, P. ;Koch, Ch. E. πŸ“‚ Article πŸ“… 1979 πŸ› John Wiley and Sons 🌐 English βš– 251 KB

Bei der analytischen Untersuchung von uber 200 Proben verschiedener pflanzlicher Lebensmittel erwiesen sich bei Frischobst und Obstkonserven mit Schimmelbefall 36% und bei Gemuse 7 % als patulinhaltig; betroffen sind neben Apfeln auch Birnen, Pflaumen, Pfirsiche und Tomaten. Sensorisch einwandfreie