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Zum Vitamin-B1-Haushalt der Ratte bei Sorbitfütterung

✍ Scribed by Gassmann, B. ;Ketz, H.-A. ;Haenel, H.


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1963
Tongue
English
Weight
722 KB
Volume
7
Category
Article
ISSN
0027-769X

No coin nor oath required. For personal study only.

✦ Synopsis


Abstract

In zwei Fütterungsversuchen von 8 und 5 Wochen Dauer erhalten ♀ Wistarratten in Gruppen von 30 und 35 Tieren sowohl bei thiaminfreier Versuchsanordnung als auch bei suboptimaler Thiaminversorgung in einem 55% Saccharose enthaltenden Grundfutter zunächst 10, dann 15 und schließlich 20% Saccharose durch Sorbit ersetzt. Jeweils eine Gruppe jeder Fütterungsart wird durch Anlegen eines Plastikbeutels an der Koprophagie gehindert. Dabei zeigt sich, daß Sorbitfütterung die bei thiamin‐ und koprophagiefreier Aufzucht auftretende Wachstumshemmung verstärkt. Das Wachstum bessert sich erst, wenn die Tiere Zugang zu ihrem Kot haben. Sobald die Ratten suboptimal mit Vitamin B~1~ versorgt werden, tritt die durch Sorbit verursachte Wachstumsdepression auch bei Zulassung von Koprophagie ein.

Nach Sorbitfütterung sind die Faeces stets thiaminreicher als nach Saccharosefütterung. Mit dem Harn scheiden jedoch lediglich koprophagierende Sorbittiere etwas mehr Thiamin aus als entsprechende Kontrollen. Durch den teilweisen Ersatz von Saccharose durch Sorbit nimmt der Vitamin‐B~1~‐Gehalt der Leber zu, im Falle thiaminfreier Ernährung allerdings nur dann, wenn die Ratten ihren Kot fressen können. In Resorptionstests mit oral bzw. intracaecal appliziertem ^35^S‐Thiamin läßt sich weder im Dünndarm noch im Blind‐ und Dickdarm eine durch Sorbitfütterung bewirkte Veränderung der Resorptionsfähigkeit oder ‐selektivität nachweisen.

Unabhängig von der Koprophagie der Ratten ist bei Sorbitfütterung die Zahl der anaerob wachsenden Laktobazillen im Caecalinhalt erhöht. Für die außerdem noch geprüften Keimgruppen (aerobe Laktobazillen, Enterokokken, Coli, Proteus, Clostridien, Staphylokokken, Pilze) ergeben sich auch in bezug auf den Kohlenhydratanteil des Futters keine Unterschiede. Die Gesamtkeimzahl nimmt vom Magen zum mittleren Dünndarm hin ab und vom 3. Dünndarmdrittel an wieder zu. Im Magen und im oberen Dünndarm weisen koprophagiegehinderte Tiere niedrigere Keimzahlen auf als konventionell gehaltene.

Die Ergebnisse zeigen, daß eine thiaminsparende Wirkung des Sorbits in einer Steigerung der mikrobiellen Intestinalsynthese des Vitamins begründet liegt; diese wird dadurch ausgelöst, daß Sorbit infolge unvollständiger Dünndarmresorption ins Caecum gelangt. Der Spareffekt kommt jedoch nicht durch Resorption des endogenen gebildeten Thiamins am Ort der Synthese sondern nur durch Dünndarmpassage des vitaminreichen Kots infolge Koprophagie zustande.


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