𝔖 Bobbio Scriptorium
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Was wird aus den nicht osteotomierten rachitischen O-Beinen?

✍ Scribed by Johann Bösch


Book ID
104766083
Publisher
Springer
Year
1957
Tongue
English
Weight
519 KB
Volume
49
Category
Article
ISSN
1434-3916

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✦ Synopsis


Eine Anzahl yon rachitischen O-Beinen, die bei abwartender, nicht chirurgischer, sondern nur interner Behandlung vSllig gerade wurde, hat uns veranlaBt, zu versuchen, die Indikationsstellung zur Osteoklase und Osteotomie zu kl~ren und die Ergebnisse konserv~tiver und operativer Behandlung zu vergleichen.

Da die Unter]agen der Fglle vor 1946 durch Kriegse~nwirkung unvollstgndig oder zugrunde gegangen sind, stehen nur Fglle der Jahre 1946--1954 zur Verfiigung. Die ]etzten 2 Jahre sind nicht verwertet, denn man braucht ungefi~hr so lange, um endgtiltig entscheiden zu kSnnen, ob dieVerkrfimmung ganz verschwindet.

Es wurden nur deutliehe (Abb. 1), sehr starke und hoehgradige (Abb. 2a) O-Beine bearbeitet. Bei Belastung ist dabei die Verkriimmung noeh stgrker als aufdem RSntgenbild ! So sehwere Rachitis, die zu so deutliehen Verbiegungen fiihrt, ist zwar nicht alltgglieh, aber auch beileibe keine Raritgt, denn in diesem Zeitraum yon 9 Jahren sind immerhin 124 Kinder mit einem Grad, der zwischen Abb. 1 und Abb. 2a lag, zur Untersuehung gekommen.

59 wurden dnrch Osteotomie und Osteoklase (bis auf 1 Fall immer bds.) behandelt (davon 42 nachuntersueht). 64 sind konservativ behandelt worden (42 nachuntersueht). Das Ver-gleiehsmateriM ist also zahlenmgBig gleich, aber auch sonst homolog, da es siehbei den operierten Kindern nicht etwa um solche gehandelt hat, die eben auf konservativem Weg nicht zu bessern waren, sondern bei denen zu einem Zeitpunkt fiir die Operation entsehieden wurde, we eine Besserung, wie die konservativ behandelten Fglle zeigen, noch mSglich ist. Ihr durehschnittliohes Alter bei der Operation war ngm]ieh 1 Jahr, 11 Monate.

Von den operierten FMlen batten bei der Naehuntersuehung 34 Fiille (81°/o), yon den konservativ behandelten 33 Fglle (79°/o), vSllig gerade Beine 2. Eine Andeutung yon O-Bein haben bei dan operierten Naehuntersuehten 6, bei den nicht operierten 8. Ein leiehtes O-Bein haben bei den operierten 2 FMle, bei den konservativ behandelten 1 Fall (Tabe]le 1).

Von den konservativ behandelten Fgllen war 1/3 bei der Erstuntersuehung deutlieh, die anderen 2/3 stark bis hoehgradig. Die operativ behandelten batten mit einem Index yon 2,08 gegeniiber 1,80 bei den konservativ behandelten nur um ein weniges sehwerere Fi~lle in ihren Reihen (]~erechnungsgrundlage: hochgradig: 3, sehr stark: 2, deutlich: 1). Es wurden also nieht etwa die leichten konservativ, die schweren operativ behandelt. Die Indikation zur Operation oder konservativen Behandlung hing yon einer Reihe yon Zufglligkeiten ab. Manehe Eltern, denen die Operation empfohlen wurde, lehnten sie ab. In anderen F~llen verzSgerten Infekte beim Kind oder in der Umgebung desselben immer wieder die Aufnahme ins Krankenhaus, und bis es dann schlieBlieh dazu kam, war die Operation nicht mehr nStig. In zahlreiehen FMlen wurden die Kinder, wenn sie zu Beginn des Sommers kamen, aueh wenn sie hoeh-1 Aus Ersparnisgrfinder~ konnten nicht alle Abbfldungen gebraeht werden. 2 Der Begriff gerade bezieht sieh vor allem auf FeMen von O-Bein, da ein paar F~lle ein leiehtes X-Knie bekommen haben.