Untersuchungen über die in der Wurzel von Corydalis cava (Schwgg.) enthaltenen Alkaloïde
✍ Scribed by Freund, Martin ;Josephi, Walter
- Publisher
- Wiley (John Wiley & Sons)
- Year
- 1893
- Weight
- 727 KB
- Volume
- 277
- Category
- Article
- ISSN
- 0074-4617
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✦ Synopsis
Untersuchungen fiber die in der Wurzel von Corydalis cava (Schwgg.) enthaltenen ,4lkalorde ;
von Martin Fveund uiid Walter Josepki. [Mittheilung aus der cheni. Abtheilung des pharmakol. Instituts zu Berlin.] (Eingelaufen a m 16. Juni 1893.) Unter der falschlichen Bezeichnung ,,Radix Aristolochiae cav. s. rotund." fanden fruher die Wurzeln der zu den Fumariaceen gehorenden Corydalis cava Schwgg. (s. Bulbocapnus cavus Bernh., s. Corydalis bulbosa Pers., s. Corydalis tuberosa Dec.), sowie einiger anderer Corydalisarten therapeutische Verwendung. Die Droge wurde fruhzeitig zum Gegenstande chemischer Forschung gemaeht. Schon im Jahre 1826 gewann W a c k e n r o d e r daraus eine basische Substanz, die er mit dem Namen ,,Corydalin" belegte. Dann haben sich nacheinander P e s c h i e r , W i n k 1 e r , D o b e r e i n e r , R u i c k h o 1 d t , Mu 11 e r und L e u b e an der Untersuchung beteiligt. -Die Angabenl) dieser Forscher in betreff der Eigenschaften und der Zusammensetzung des Corydalins weichen so sehr von einander ab, dass W i c k e a ) im Jahre 1866 die Untersuchung wieder aufnahm. Derselbe extrahirte die Rad. Aristoloch. cav. s. rotund. des Handcls mit sehr verdiinnter Schwefelsiiure, fallte das saure I) G m e l i n -K r a u t , Org. Chem., 1866, 4 , 1993; H i l g e r -H u s em a n n , Pflanzenstoffe, 1882, 790. Diese Annalen 131, 274. Aunalen der Chemie 277. Bd. 1 2 E'rezcnd unnd Josepiii, Unterszcchungen uber die in der Filtrat mit metawolframsaurem oder phosphorwolframsaurem Natrium und erschopfte den mit Kreide eingetrockneten Niederschlag mit Alkohol. Er erhielt auf diese Weise das Corydalin in weissen Prismen vom Schmelzpunkt 130 O und der Zusammensetzung : C,,H,SNO,, eine Formel, die e r durch die Analyse des Chlorhydrats, des Platindoppelsalzes, des sauren Sulfats und des Jodgthylates bestatigt fand. Die Losungen der Salze werden durch Soda gefallt , wahrend Alkalien, im Ueberschuss zugefugt , die ausgeschiedene Base wieder liisen. Auf Grund dieser Untersuchung wiirde man die Formel des Corydalins fur geniigend festgestellt erachten, wenn nicht in letzter Zeit eiuige Arbeiten erschienen waren, welche in mancher Beziehung den Angaben W i c k e ' s widersprechen. Nach R e i c h w a l d ? hat das Corydalin die Formel: es wird bei 125O gelb und verkohlt bei 190°, wahrend es, schnell erhitzt, bei 197O schmilzt.
A d e r m a n n 4 ) gibt an, dass ausser Berberin und einem amorphen Alkaloid noch zwei andre Basen in der Droge vorhanden sind. Die cine derselben sol1 durch Oxydation in Berberin ubergehen und daher mit Hydroberberin identisch oder nahe verwandt sein. Sic ist tertiiirer Ratur, schmilzt bei 138O und hat die Zusammensetzung: Das andere Alkaloid, welches als ,,Corydalin" angesprochen wird, krystallisirt aus Benzol in weissen, seideglanzenden Nadeln, wclche reducirende Eigenschaften besitzen.
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