Die Bestimmung der Rhodanzahlen ungesaltigter Verbindungen des Siliciums, Germaniums und Zinns ist eine allgemeiner als die Bromometrie anwendbare Methode zur Ermittlung des ungesattigten Charakters derselhen. Sie ist auRerdem ein bequemes und schnelles Verfahren zur Ermittlung der relativen Reaktio
Unterschiede in der Reaktionsfähigkeit von Sulfhydryl- und Disulfidgruppen in organischen Verbindungen
✍ Scribed by Schöberl, Alfons ;Krumey, Friedrich
- Publisher
- Wiley (John Wiley & Sons)
- Year
- 1938
- Weight
- 755 KB
- Volume
- 71
- Category
- Article
- ISSN
- 0365-9631
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✦ Synopsis
Die Tatsache, daB physiologisch wichtige Verbindungen in ihrem Molekiil SH-oder SS-Gruppen enthalten, fiihrt notwendigerweise immer mehr dazu, Thiole und Disulfide verschiedener Struktur in ihrer Wechselwirkung aufeinander zu studierenl). Es kann heute als sicher gelten, da13 die Aktivitat einer Reihe von biochemischen Wirkstoffen maagebend durch ein Thiol-Disulfid-System beeinflufit wird. In diesem Zusammenhang erscheint die Untersuchung der Einwirkung von niedermolekularen SH-oder SS-Verbindungen auf hochmolekulare Naturstoffe von besonders vordringlicher Bedeutung2). Nicht zuletzt ist dabei auch an die Succinodehydrase zu denken, hei deren Aktivierung neuerdings ebenfalls die Mitwirkung von SH-Gruppen angenornmen wirds). Bei den angedeuteten Problemstellungen spielt die Frage der Reaktionsfahigkeit einer in ein bestimmtes Molekiil eingebauten SH-Gruppe eine wesentliche Rolle. Es wird nicht immer beachtet, daB das Vorhandensein der SH-Gruppe a lle i n fur eine angestrebte Wirksamkeit ihres Tragers nicht geniigt. Thiole konnen hinsichtlich ihrer Reduktionskraft feine Unterschiede zeigen, die bisher in einfacher Weise nicht festlegbar waren.
Was schliel3lich die SS-Gruppe in biochemischen Wirkstoffen betrifft, so hat vor allem in jiingster Zeit die Einwirkung von S u l f i t auf sie vermoge ihres charakteristischen Verlaufes eine gewisse Bedeutung erlangt 4). I n der Diskussion iiber die schwefelhaltige Wirkgruppe von S c h l a n g e n g i f t - Praparaten, die seit einiger Zeit zwischen F. Michee15) und K. H. Slottas) gefiihrt wird, fand z. B. diese Reaktion Beachtung. Auch hier beeinflussen strukturelle Verhaltnisse die Reaktionsfahigkeit der SS-Bindung, so dalj n i c h t o h n e w e i t e r e s von einem System auf das andere geschlossen werden darf.
Un ter den dargelegten grol3eren Zusammenhangen sind Ergebnisse von Interesse, die wir in der letzten Zeit bei der eingehenden Beschaftigung mit den1 zellphysiologisch wichtigen G l u t a t h ion erzielten. Dabei hat sich die Heranziehung einiger anderer Thiole und Disulfide zu vergleichenden 1 1 n t e r s u c h u nge n als notig herausgestellt.
Jede Beschiiftigung mit Glutathion in chemischer oder gar zellphysiologischer Beziehung hat eine zuverlassige Bestimmungsmethode zur unbedingten Voraussetzung. Unsere Bemiihungen in dieser Richtung liel3en die charakteristische Reaktionsfahigkeit der 6H-bzw. SS-Gruppe in diesem Tripeptid besonders scharf hervortreten. Es zeigte sich namlich, daB die vor kurzem ausfiihrlich mitgeteilte Arbeitsvorschrift for die Bestimmung von Cysti:i und Cystein mit 9 (18) -Wolframsaure-phosphorsaure7) wohl fiir SS-Glutathion, 1 ) vergl. T h . Bersin u. J . S t e u d e l , B. 71, 1015 [1938].
- 1,iteratur s. bei Bersin 11. S t e u d e l , 1. c.
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## Abstract Die Alkalibehandlung von β‐Lactoglobulin und α‐Lactalbumin führt zum Abbau der Disulfidbindungen in den Proteinmolekülen. Wird eine 0,8. 10^−4^ M β‐Lactoglobulinlösung in 0,022 N Natronlauge (pH‐Wert 12,0) 30 min bei 90 °C erhitzt, so sind von den insgesamt 4 Molen Disulfidgruppen und