## Abstract Der Ölpfanzenanbau hat eine größere Bedeutung als ihm vielfach attestiert wird. Hier besteht eine Versorgungsabhängigkeit vom Weltmarkt wie auf kaum einem anderen Agrarmarkt. Die Europäische Gemeinschaft hat bei pflanzlichen Ölen einen Selbstversorgungsgrad von nur 30%, bei Proteinen si
Perspektiven des Ölpflanzenanbaus aus der Sicht der deutschen Agrarwirtschaft – Voraussetzungen und Forderungen
✍ Scribed by Flessner, G.
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1991
- Weight
- 721 KB
- Volume
- 93
- Category
- Article
- ISSN
- 0931-5985
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✦ Synopsis
Voraussetzungen und Forderungen* V o n G . F l e s s n e r * * Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft, Frankfurt a. M . Der Anbau von Olfruchten hat eine lange Tradition und ist bisher SchwerpunktmaBig auf die Erzeugung von Pflanzenolen fur die menschliche Ernahrung ausgerichtet. Im heimischen Olpflanzenbau spielt dabei der Winterraps die dominierende Rolle. Neben seiner Verwendung im Nahrungsmittelbereich bietet Rapsol als nachwachsender Rohstoff weitcre Moglichkeiten der Nutzung. Fur den Einsatz von Rapsol als Grundstoff fur die chemische Industrie werden hohe Anforderungen an die Rapsziichtung und deren Durchfiihrung gestellt. Durch den Druck der dramatischen Uberproduktion in der EG entwikkelte sich ein verstiirktes Bestreben zur Nutzung der Pflanzen im industriellen Sektor. Als Schmiermittel kann das Rapsol bereits heute wirtschaftlich mithalten. Anders sieht es bei der Verwendung als Treibstoff aus. Die Gewinnung von Rapsmethylester, dem Dieselersatz, ist noch immer teurer als der Dieselkraftstoff. Fur die Nutzung des Rapsols als Grundstoff fur die Tensiderzeugung. fur Losungsmittel und Zusatzstoffe in der Farben-und Lackchemie und als Grundstoff fur die Herstellung von Kunststoffzusatzen muB der Gehalt einer Fettsaure auf uber 85 % gebracht werden. Damit wire ein groBer Schritt in Richtung Bereitstellung maRgeschneiderter, industriegerechter Pflanzenole getan. Die ziichterischen Bemiihungen miiDten diesbezuglich intensiviert werden. jedoch sind hier kurzfristige Ergebnisse nicht zu erwarten. Die Perspektiven fur pflanzliche Rohstoffe im Preisvergleich mit fossilen Rohstoffen sind jedoch positiv. wenn 2.B. ein Gebot zur Beimischung von Rapsheizol und Rapsdiesel, ein Gebot zur Verwendung von Hydraulikol und Rapsschmierstoffen eingefuhrt und die umweltpolitischen Vorteile bewertet werden. Mit wachsendem Umweltbe-wuBtsein vertieft sich ebenfalls die Diskussion um die Belastung der Atmosphare. Es geht hierbei primlr um den CO?-Haushalt in der Luft. Dem Bestreben, in der Energiepolitik zu geschlossenen Kreislaufen zuruckzukehren. entspricht die Verwendung nachwachsender Rohstoffe in besonderem MaBe. Da die Probleme des Olpflanzenanbaus von so groBer okonomischer und gesellschaftspolitischer Bedeutung sind, erfordern sie ein aktives politisches Handeln auf nationaler und auf EG-Ebene. E i n l e i t u n g u n d P r o b l e m s t e l l u n g Anbau und Verwertung von Olpflanzen sind ein sehr vielschichtiges Problem. Ich kann deshalb hier nur auf die wichtigsten Voraussetzungen und Forderungen des Olpflanzenanbaus aus der Sicht der deutschen Agrarwirtschaft eingehen. Olfruchte (Raps, Sonnenblumen, Senf, Rubsen, 61- lein, Sojabohne, etc.) haben in unseren Klimazonen bereits eine lange Tradition: ihr Anbau war und ist schwer-punktmaBig auf die Erzeugung von Pflanzenolen fur die menschliche Ernahrung ausgerichtet. Daruber hinaus liegen bei einer Vielzahl von Pflanzen Erfahrungen im Zier-und Gewurzanbau oder der Pharmawirkstoffproduktion vor, die sich aber nicht auf die speziellen Anforderungen der Olproduktion beziehen. Aufgrund des hohen Natural-und Olertrages von Raps und Sonnenblumen konzentriert sich die Pflanzenolproduktion in Deutschland auf diese Kulturen. Die produktionstechnischen Anforderungen im Anbau, bei d e r Ernte und der Lagerung sind bekannt, ebenso wie * Festvortrag anlaI3lich der 47. DGF-Jahrestagung in Braun- schweig a m 3. S e p t e m b e r 1991. ** Anschrift des Verfassers: G. Flessner, Prasident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, Z i m m e r w e g 16, D-6000 Frankfurt a. Main 1.
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