𝔖 Bobbio Scriptorium
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News and Developing Sources of Food Proteins. Herausgegeben von B. J. Hudson. 369 Seiten, zahlr. Abbildungen und Tabellen. Chapman and Hall, London, Glasgow, Weinheim, New York, Tokyo, Melbourne, Madras 1994. Preis 59, — £

✍ Scribed by Muschiolik, G.


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1995
Tongue
English
Weight
101 KB
Volume
39
Category
Article
ISSN
0027-769X

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✦ Synopsis


Diatetische Fasern, so nennt man heute zunehmend die vielgestaltige Gruppe von Nichtstarkekohlenhydraten, denen man friiher den etwas abwertenden Begriff Rohfaser gegeben hat und noch heute als Ballaststoff bezeichnet. Dieser von DENNIS BURKITT dem Buch vorangestellte begriffliche Wertewandel wird durch die nachfolgenden Ergebnisse untersetzt. 64 Experten, vorwiegend aus angelsachsischen Landern, ferner aus Siidafrika, Japan und Danemark leisten Beitrage zu den stofflichen und funktionellen Aspekten der Fasern. Sie sind in die Kapitel: Gesundheitliche Vorteile (7 Beitrage), Lipide und Stoffwechsel (7 Beitrage), Fasern und Krebs (6 Beitrage), Fasern und ihre Wirkung fur die Ernahrung (6 Beitrage) sowie in uiuo und in uitro Modelle zur Bewertung von Fasern (7 Beitrage) gegliedert. Anhand zahlreicher Einzelinformationen und wertender SchluBfolgerungen wird der Kenntnisstand vermittelt, der durch zahlreiche Literatwangaben nach jedem Kapitel erganzt ist. Dabei werden auch noch vorhandene kontroverse Ergebnisse einbezogen, beispielsweise bei den Tierversuchen oder der Bewertung der Bioverfiigbarkeit von Mineralstoffen. Die als gesichert geltenden Merkmale der loslichen diatetischen Fasern (z. B. Senkung des Cholesterolspiegels, Bildung von kurzkettigen Fettsauren durch die Darmflora) und unloslichen diatetischen Fasern (z. B. Darmpassage) sind als solche klar belegt. Besonderes Interesse verdienen die Aussagen uber die Beziehung zum Krebs. Andererseits setzen sich die Beitrage mit noch ungeklarten Fragen auseinander, z. B. der Wirkung der intestinalen Mikroflora und ihren Veranderungen oder der Wirkung definierter Kohlenhydrate auf die postprandiale Glykamie. Ein gesondertes Kapitel ist Workshop Summaries gewidmet, allerdings ohne zeitliche Angabe, wann und wo sie stattgefunden haben. Sie enthalten kompakt die offenen Fragen und Positionen zu den Teilgebieten: Analyse und Struktur der diatetischen Fasern, EinfluB auf die Mikroflora, gastrointestinale Funktion, Gestaltung von Humanuntersuchungen, beispielsweise zur Beeinflussung der Glucoseverfugbarkeit, der Serum-und Blutlipide, ferner der Bildung kurzkettiger Fettsauren, der Gallensauren, der Wirkung der resistenten Starke und des Management des Korpergewichtes. Die Schliisselfrage geht dahin, ob diatetische Fasern ein obhgdter Bestandteil unserer Nahrung sind, was heute bejaht werden kann. Wenn man langere Ernahrungszeitraume ins Auge faBt und die nur bei unausgewogener Zufuhr wenigen nachteiligen Wirkungen betrdchtet, konnen sie als essentielle Bestandteile angesehen werden. Dem Leser wird ein Buch mit hohem Informationswert angeboten, das sich zu lesen lohnt.

A. TAUFEL