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Gastrointestinale Mikroökologie in der Inneren Medizin

✍ Scribed by Knoke, M.


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1987
Tongue
English
Weight
404 KB
Volume
31
Category
Article
ISSN
0027-769X

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✦ Synopsis


Klinik und Poliklinik fur Innere Medizin (Direktor: MR Prof. Dr. sc. med. B. WEDLER) des Bereichs Medizin der Emst-Moritz-Amdt-Universitat Greifswald. DDR Gastrointestinale Mikrookologie in der lnneren Medizin M. KNOKE Die gastrointestinale Mikrookologie ist ein Gebiet mit hochsten integrativen Anspriichen. Ihre klinische Aktualitat spiegelt sich in zahlreichen Krankheitsbildern wider. Storungen in der Besiedlung konnen insbesondere beim mikrobiellen Overgrowth-Syndrom klinisch relevant werden. Aufgrund neuer Un tersuchungsergebnisse wird den Darmmikroben zunehmend eine gewisse Bedeutung bei der Venvertung schwer-oder nichtabsorbierbarer Kohlenhydrate beigemessen. Auch bei der weiteren Durchdringung der Konzeption der selektiven Dekontamination ist die gastrointestinale Mikrookologie gefordert. Kaum beachtet sind bisher die vielfaltigen mikrobiellen Veranderungen von Arzneimitteln und Fremdstoffen. Eine mikrobielle Beteiligung an der Genese chronisch-entzundlicher Darmkrankheiten wie auch des Colonkrebses wird verstirkt diskutiert. Internisten standen neben Padiatern am Anfang des klinischen Weges der gastrointestinalen Mikrookologie. Im Jahre 1898 befaBte sich der 16. KongreB fur Innere Medizin in Wiesbaden mit dieser Problematik. Der bekannte Kliniker FRIEDRICH VON MULLER (1 858 bis 1941) sagte in einem Ubersichtsreferat uber Autointoxikationen, daB das Hauptinteresse an dem morphologischen Studium der Bakterien mehr und mehr abgelost wird durch die Lehre von den Krankheitsgiften [14]. Sowohl er als auch in einem Korreferat der Bakteriologe LUDWIG BRIEGER (1849-1919), der den Begriff ,,Toxin" gepragt hat, stellten hier nicht die Bakterientoxine in den Vordergrund, sondern die mikrobiellen Stoffwechselprodukte, deren Nachweis in den Fazes, dem Urin und im Blut versucht wurde. Zitat aus MULLERS Vortrag: ,,Wenn wir uns umsehen, welche Krankheiten von abnormen Zersetzungsprozessen im Darm abgeleitet werden, so finden wir in der Literatur . . . die mannigfachsten acuten und chronischen Leiden aufgezahlt: . . . Wie sol1 man sich in diesem Chaos zurecht finden, und welche Beweisgriinde lassen sich anfuhren, um eine Krankheit von intestinalen Faulnisprozessen abzuleiten ?" VON MULLER machte auch darauf aufmerksam, daD ,,. . . von der grossen Zahl verschiedener Formen, welche das Mikroskop nachweist, nur ein kleiner, vielleicht nicht einmal der wichtigste Theil, auf den gebrauchlichen Kulturmedien aufgeht. Dies macht sich auch beim Studium der Darmkrankheiten der Kinder geltend, wo immer wieder das unvermeidliche Bacterium Coli auftritt." Hier sind auch heute noch aktuelle bzw. gerade geloste Fragen angesprochen. Die Diskussion war damals lebhaft, die Niederschrift nimmt 21 engbedruckte Seiten ein.

Und heute: Der zu dieser Stunde in Gera eroffnete 10. KongreD der Gesellschaft fur Gastroenterologie unseres Landes beschaftigt sich nicht mit diesen Problemen. In zahlreichen modernen Hand-Und Lehrbiichern der Inneren Medizin und Gastroenterologie ist nur wenig, Veraltetes oder gar Falsches zu lesen. War also 1898 die ,,goldene Zeit" der


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