Die gastrointestinale Mikroökologie aus der Sicht des Pädiaters
✍ Scribed by Fiehring, C.
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1987
- Tongue
- English
- Weight
- 376 KB
- Volume
- 31
- Category
- Article
- ISSN
- 0027-769X
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✦ Synopsis
Die gastrointestinale Mikrookologie aus der Sicht des Padiaters C. FIEHRING Eine geschwachte Resistenzlage in der Neugeborenen-Phase kann unter ungunstigen Bedingungen auch danach zu akuten oder chronischen Erkrankungen fuhren. Coli-Infektionen mit einhergehender Enterotoxin-Bildung sind nach wie vor haufigste Ursache bakterieller Durchfallserkrankungen im friihen Kindesalter. In letzter Zeit haben Colitiden und Salmonellosen zugenommen, wahrend Cumpylobucter-Enteritiden selten geworden sind und Shigellosen abgenommen haben. Auch Yersinia-Infektionen und Mycosen kommen noch recht hiiufig vor. Die Kenntnis der Rotavirus-Infektion hat dazu gefiihrt, manches Krankheitsbild besser zu verstehen. Der Erfassung von Darmflora-Stomngen zur Erkennung und friihzeitigen Therapie von akuten oder chronischen Krankheiten sollte verstiirkte Aufmerksamkeit gewidmet werden. Stillen ist noch immer die beste Prophylaxe in der fruhen Sauglingsperiode. Normalerweise ist der Dickdarm des Menschen auch sein groI3tes Reservoir an Mikroorganismen. Nahezu 90 % aller im Organismus gebildeten Immunglobuline sind gegen Antigene im Darmlumen, vorwiegend gegen die Mikroflora, gerichtet, wobei dem lymphoiden Gewebe (= GALT, gut associated lymphoid tissue) im Zusammenspiel mit anderweitigen immunologischen Vorgangen (Antikorper, Komplement, Phagocyten) die entscheidende Rolle zukommt [ 131.
Lange Zeit hielt man E. coli fur die hauptsachlichste Bakterienart im Dickdarm des Erwachsenen und kiinstlich ernahrten Kindes. Untersuchungen von HAENEL und Mitarbeitern gehorten zu den ersten, die darauf hinwiesen, daD diese mit einer Keimzahl von lo6-107/g Faeces nur einen Bruchteil der Gesamtflora von lo", vorwiegend anaeroben Keimen, ausmachen [9, 131. Seit 1923 ADAM Coli differenzierte, die besonders bei jungen Sauglingen Durchfiille hervorriefen, wurde den Vertretern des Genus Escherichiu coli groDe Aufmerksamkeit geschenkt 131. Enterotoxinbildung oder invasive Eigenschaften sind Ursache schwerer akuter Gastroenteritiden. Obwohl ganz allgemein diese Coli-Infektionen gegeniiber den letzten 20 Jahren bei uns zuriickgegangen sind, gehoren sie doch noch immer zu den haufigsten bakteriellen Durchfallursachen im fruhen Kindesalter [ 151. Auch aus diesem Grunde erscheint es noch immer erstrebenswert, junge Sauglinge rnit Muttermilch oder -wenn das nicht moglich istrnit muttermilchahnlicher Nahrung zu fiittern [7], um der Bifidusflora eine groaere Ausbreitungsmoglichkeit zu gewahren. Das trifft auch fur das sogenannte milk-plug-syndrome zu, das auftritt, wenn junge Sauglinge mit hochkonzentrierter kiinstlicher Nahrung ernahrt werden. Die Obstruktion geht dann rnit einem overgrowth der Mikroorganismen einher, wie wir es auch bei Erwachsenen kennen [13]. Bei langer bestehender Symptomatik kommt es zur entziindlichen Darmwandschadigung, an der auch Keime der unter dieser Ernahrungsform iiblichen Flora beteiligt sind. Von diesem Syndrom oft nicht leicht abzutrennen ist das sogenannte ,,small-left-colon-syndrome", das
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