Am 6 . Dezember 1959 verstarb in Berlin einer der Begriinder und der langjiihrige Herausgeber der .,Mathematkchen Nachrichten" , der bedew tende deutsche Mathematiker ERKARD SCHMIDT. Er wurde am 13. Januar 1876 als Sohn des Universitatsprofessors ALEXANDER SCHMIDT in Dorpat geboren. 1905 promovierte
Erhard Schmidt
β Scribed by Rolf Nevanlinna
- Book ID
- 102939734
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1956
- Tongue
- English
- Weight
- 578 KB
- Volume
- 15
- Category
- Article
- ISSN
- 0025-584X
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β¦ Synopsis
Die wissenschaftliche Produktion von Erhard Schmidt zeichnet sich nicht durch eine iibermiiBig groBe Anzahl von Veroffentlichungen aus: das Verzeichnis seiner Schriften umfaBt etwas mehr als dreiBig Publikationen. DaB eine solche Abzahlung nicht den richtigen Maastab zur Schatzung des geistigen Umfangs der Leistung eines Forschers abgeben kann, ist selbstverstiindlich ; diese Trivialitiit darf aber erwahnt werden in einer Zeit, in der die immer schiirfer werdende Konkurrenz auch auf dem Gebiet der mathematischen Tiitigkeit zu einer Verflachung gefiihrt hat. Auch in dieser Hinsicht hat Erhard Schmidt den jiingeren Generationen ein Vorbild gegeben : Jede seiner Veroffentlichungen ist Ausdruck einer wirklichen Einsicht, und er hat sich nicht zufrieden gegeben, ehe es ihm gelang, seine Ideen in einer adiiquaten und schonen Form darzustellen.
Qualitativ entspricht das Werk von Erhard Schmidt hohen Anforderungen. Wie verhillt es sich aber mit dem Umfang seiner Gesamtleistung? Thomas Mann sagt einmal, fiir die Gro13e eines Schriftstellers sei die Qualitiit nicht allein maBgebend, es komme auch auf die Quantitiit an. Richtig verstanden ist das Wort zutreffend. Nicht selten kommt es vor, daB die Werke eines hochbegabten Kiinstlers oder Forschers, der Originelles und Tiefes geschaffen hat, trotzdem vereinzelt oder eingeschriinkt dastehen, wed ihm die &aft der Erneuemg fehlt, die Moglichkeit also, die Produktivitiit in steter Entwicklung und Umwmdlung auf immer neuen Gebieten zu entfalten.
Betrachtet man von diesem Gesichtspunkt aus das Gesamtwerk von Erhard Schmidt, so mu13 es ohne Zweifel als umfangreich bezeichnet werden. Bereits die Uberschriften seiner Arbeiten zeugen von der Weite seines Blickfeldes. Jede Schrift enthiilt einen echten Gedanken, und viele unter k e n sind zu einer Quelle Ton neuen Erkenntnissen und Anregungen geworden. Die Diversitat der von Erhard Schmidt untersuchten Probleme ist auffallend, offensichtlich haben in manchen Epochen seines Lebens mehrere, weit voneinander liegende Fragestellungen gleichzeitig im Brennpunkt seines Interesses gestanden.
Damit mag es zusammenhiingen, da13 Erhard Schmidt nicht einer der groBen Systematiker ist ; es ist bezeichnend, daB er seine mathematischen Erkenntnisse nie in Buchform niedergelegt hat. Das Gesagte soll freilich cum grano salis genommen werden. DaB Erhard Schmidt die Fiihigkeit zu einer systematischen Darstellungskunst, sogar in eminentem Grad besitzt, das zeigen vor allem zwei 1* Erhard Schmidt Plastik aus dem J a k e 1963 von Fritz Cremer
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verlieheii von der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik) und Herausgeber der ,,Matheniatischeii Nachrichten" . Bei der Begrundung des Forschungsinstituts fur Mathematik der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin im Jahre 1946, dessen Direktor er bis zum Januar 1958 gewesen ist, u
Man kennt mehrere Axiomensysteme der elementaren Arithmetik, mit deren mlfe sich die Menge % der natiirlichen Zahlen charakterisieren und der Aufbau d a Zahlerisystems vollziehen lafit. Das bekannteste ist das von R. DBDEKIND~) aagegebene Axiomensystem, das meist nach G. PEA NO^) benannt wird, der i
## Abstract Erhard Schmidt is considered to be one of the leading German mathematicians in the first half of the twentieth century. This article is a tribute to him that was written on the occasion of the 50^th^ anniversary of his death (Β© 2010 WILEYβVCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim)