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Die Konstitution von Evomonosid. Glykoside und Aglykone, 117. Mitteilung

✍ Scribed by Ch. Tamm; J. P. Rosselet


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1953
Tongue
German
Weight
402 KB
Volume
36
Category
Article
ISSN
0018-019X

No coin nor oath required. For personal study only.

✦ Synopsis


Kurzlich berichteten Hauenstein, Hunger & Reichstein c ) uber die direkte Isolierung von Evomonosid (I) aus den Samen des Pfaffenhutchens E v o n y m u s e u r o p a e a L. (Celastraceae). Das erhaltene Evomonosid (I) zeigte die gleichen Eigenschaften wie ein friiher zuerst von Meyrat & Reichstein"), dann spater von Santauy & Reichsteinb) gewonnenes Praparat. Die Analyse des gut getrockneten Glykosids passte sehr gut auf die Formel C29H4408, diejenige des Acetats auf die Formel eines Triacetats C, ,H,,O,,c).

Als Zuckerkomponente konnte von Meyrat d3 Reichstein") a-L-Rhamnose festgestellt werden. Dementsprechend lasst sich fur das Aglykon die Formel C,,H3,0, ableiten, wobei vermutet wurde, dass es sich um Digitoxigenin handeln konnte.

Diese Vermutung konnte nun eindeutig durch weitere Versuche bestatigt werden, uber die wir im folgenden kurz berichten moehten.

Zunachst versuchten wir das

Digitoxigenin-a-L-rhamnosid-(1,5 > durch Teilsynthese herzustellen. Dieser Stoff musste mit Evomonosid (I) identisch sein, wenn die geausserte Vermutung richtig ist. Die nach friiheren Angaben3) durchgefuhrte Reaktion von Digitoxigenin (111) mit Acetobrom-L-rhamnose in Gegenwart von Ag,CO, ergab nach Verseifung mit KHCO, und Chromatographie der atherloslichen Anteile des Verseifungsprodukts an A1,0, einen einzigen, zuckerhaltigen krist. Stoff, der von Evomonosid (I) verschieden war. Er liess sich in ein krist. Acetat uberfuhren, das von Evomonosidtriacetat (11) ebenfalls stark verschieden war. Die Analysenwerte und die positive Reaktion mit Tetranitromethan spreehen fur das Vorliegen von Anhydrodigitoxigenin-L-rhamnosid (V) und dessen Acetat VI. Da bei der Konigs-Knorr-Synthese4) nach li'letcher & Hudson5) unabhangig von der Konfiguration der Acetohalogenose an C -1 vorwiegend dasjenige Glykosid entsteht, bei dem die funktionellen l) Die mit Buchstaben bezeichneten Fussnoten siehe bei den Formeln.


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