𝔖 Bobbio Scriptorium
✦   LIBER   ✦

Die Konfiguration der Halogen-propionsäuren und des Alanins

✍ Scribed by Freudenberg, Karl ;Kuhn, Werner ;Bumann, Ilse


Publisher
Wiley (John Wiley & Sons)
Year
1930
Weight
748 KB
Volume
63
Category
Article
ISSN
0365-9631

No coin nor oath required. For personal study only.

✦ Synopsis


Karl F r e u d e n b e r g , Werner K u h n und I l s e Bumann: Die Konfiguration der Halogen-propionsluren und des Alanins l).

[ A m d. Chem. Institut d. Universitat Heidelberg.] (Eingegangen am 4. August 1930.1

Unter sterischen Reihen verstand Emil Fischer, der diesen Begriff und die Bezeichnung geschaffen hat2), analog gebaute Verbindung e n mit einem As y mm e t r i e -Z en t r u m und g lei c he r Kon f i g ur ation, z. B. Z(+)-Alanin, ZSerin, Z-Cystein. Ex hat auch, und zwar am Beispiel der Halogen-fettsauren, zum erstenmal die Vermutung geadert, da13 Brom-und Chlor-fettsiiuren, die im gleichen Sinne drehen, dieselbe Konfiguration haben3). Die Begriindung, die ex nicht ausspricht, stiitzt sich geflihlsmaBig darauf, daB diese h n a h m e einfacher erscheint als ihr Gegenteil. Als spater Reihen sterisch zusammengehorender Verbindungen, z. B. (+)-WeinsZure, (+)-Apfelsaure, (-)-Milchsaure, (-)-Glycerinsame bekannt wurden4), lieBen sich tatsachlich gewisse Analogien im optischen Verhalten erkennen. Alsbald setzte der Versuch ein, diese RegelmaBigkeiten zu verwenden, um von Stoffen bekannter Konfiguration auf solche mit unbekannter r a d i c h e r hordnung zu schlieBen6). Hierbei bildeten sich verschiedene Wege aus. Die einen benutzten die Veranderungen, die das Drehungsvermogen unter der Einwirkung verschiedener Losungsmittel, Zusatzen von Salzen oder durch Temperaturwechsel erleidet. Es zeigt sich indessen e, und 1d3t sich auch theoretisch begxiinden'), dal3 dieses Verfahren nur fiir streng analoge Verbindungen in sehr engen Grenzen Giiltigkeit hat. Riickschliisse auf Substanzen unbekannter Konfiguration erscheinen besonders dann bedenklich, wenn die eine der zu vergleichenden Substanzen stark absorbierende Gruppen in der Nahe des asymmetrischen Kohlenstoffs enthalt').

Eine Verbesserung bedeutete die Untersuchung moglichst vieler verschiedenartiger Derivate ein und derselben Substanz, etwa einer Saure im freien Zustande, als Ion, Ester oder Amid. Ein weiterer Schritt fiihrte zum Ausschlul3 der I&sungsmitteldie giinstigsten Bedingungen, Gaszustand oder Usung in Hexan sind aus praktischen Griinden nicht allgemein anwendbar -, sowie zur Abdeckung aller das Dipolmoment verstlrkenden, zur Assoziation fiihrenden Carboxyl-, Hydroxyl und Aminogruppen8). l) XI. Mitteilung hber sterische Reihen: 10. Mitteil. voranstehend. 9. Mitteil. : B. 61, 1083 [I928!. Im Titel der 9. Mitteil. lies Alfred L u c h s (statt 1,ux). Azido-, Brom-, Jodund Cyan-propionszure hat I. B u m a n n bearbeitet. Frl. Dr. I r e n e Wolf danken wir fur die Bearbeitung der Chlor-propionsaure, Hm. Dr. E. K n o p f fur seine Mitarbeit an der t'berfiihrung der Azido-propionslure in nerivate des Alanins.

Einige in1 Text kenntlich gemachte Versurhe verdanken wir Hrn. F. Sohns.

2, Der Ausdruck ,,sterische Reihe" scheint zwar in keiner -4rbeit E. F i s c h e r s festgelegt zu sein, aber er hat ihn miindlich haufig gebraucht. 3 , A. 381, 124 [ I ~I I ; . s, .Quf E. F i s c h e r , 1. c., folgten: P. F. F r a n k l a n d , C. S. H u d s o n . G. W. Clough, P. A. L e v e n e ; fruhere Ansatze auf dem besonderen Gebiet der Zucker: I,. J . S i m o n (1907) u. C. S. Hudson (seit 1909). Zitate hierzu: B. 61, 1085 [1928], 6 ) K. F r e u d e n b e r g u. Fr. R h i n o , B. 57, 1548 [I924]; K . F r e u d e n b e r g U . 7 ) voranstehende Arbeit; W. K u h n , Trans. P a r a d a y SOC. 26, 307 [rgjo]. 8 ) Einzelne Zitate nebst historischen Angaben finden sich in der 9. Abhandlung. 4) K. F r e u d e n b e r g , B. 47, 2027 [I914]. 56, 193 [19231. I , . M a r k e r t . B. 68, 1756 [1925]. *I) B. 29, 1379 [1896]. Auch ich habe mich friiher E. Fischers Meinung angeschlossen: B. 47, 2027 [IgI4]. Freudenberg. **) B. 61. 504 [1928:. *4) natiirliches Z-(+)-Ahin, zur Benennung vergl. B. 57, 1547 [rgq]. 25) M. 0. Forster u. H. E. Fierz, Journ. chem. SOC. London 88, 1862 [1908]. ") B. 80. 2455 119271. 3e) B. 60, 2447 [1g27!. 1) K. .%uwers u. F. A r n d t , B . 4 3 , 544 [1909]. *) also = C h 1 ort hi o e ss i g s au r ept o 1 y l e s t e r.


📜 SIMILAR VOLUMES


Die absolute Konfiguration der optisch a
✍ Schöpf, Clemens ;Wüst, Willi 📂 Article 📅 1959 🏛 Wiley (John Wiley & Sons) ⚖ 309 KB

## Abstract Optisch aktive β‐Hydroxy‐β‐phenyl‐propionsäure und optisch aktive Mandelsäure werden, ohne daß das Asymmetriezentrum in Mitleidenschaft gezogen wird, in 5‐Phenyl‐oxazolidon‐(2) übergeführt. Aus den Versuchen folgt, daß die optisch aktiven β‐Hydroxy‐β‐phenyl‐propionsäuren jeweils mit den

Die optische Konfiguration der beiden β-
✍ M. Viscontini; P. Miglioretto 📂 Article 📅 1955 🏛 John Wiley and Sons 🌐 German ⚖ 376 KB

## Abstract Die optische Konfiguration der (−)‐β‐Methoxyadipinsäure wurde bewiesen. Die Säure gehört der L‐Reihe an. Dadurch ergibt sich, dass die willkürlich gewählten Konfigurationen der Steroide den tatsächlichen, auf dem __E. Fischer__'schen Konfigurationsprinzip fussenden Konfigurationen entsp