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Die Entwicklung des Makrozoobenthon der Oberen Elbe in den Jahren 1988 bis 1994

✍ Scribed by Konrad Mädler


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1995
Tongue
English
Weight
981 KB
Volume
80
Category
Article
ISSN
1434-2944

No coin nor oath required. For personal study only.

✦ Synopsis


After a remarkable reduction of the waste load of the upper part of the River Elbe, a significant restoration of the macrobenthic communities appeared in the last years. The number of found macro-benthic taxa raised up from 30 to 55 with an increasing proportion of sensitive species. The biological water qulity assessment shows a decrease in the saprobic index from 2.96 in 1985189 to 7.18 in 1994.

1. Einleitung

Die Elbe gehorte zwischen 1959 und 1989 zu den am starksten belasteten groReren Fliissen Europas; ihre Besiedlung war weitgehend reduziert, das Zoobenthon bestand nur noch als ,,verarrnte Restbiozonose verschrnutzungstoleranter euryoker Forrnen" (MADLER el nl., 1991). In den Jahren 1990 bis 1992 kam es zu einer deutlichen Verringerung der Belastung rnit Abwiissern, die organische Last wurde urn mehr als 50 % gesenkt. Fast ohne Verzogerung setzten die erwarteten Verbesserungen der Besiedlungsstruktur ein, die 1993/94 einen (vorlaufigen) Hohepunkt erreichten: die Artenzahlen erhohten sich urn 80 %, sensitive Arten und Gruppen traten verstarkt auf, das biologische Bild der oberen Elbe norrnalisiert sich zunehrnend.

2. Untersuchungsgebiet

Das Untersuchungsgebiet umfaRt den Elbelauf im Ballungsgebiet Pirna -Dresden -MeiRen. Diese FlieRstrecke gehort zum Oberlauf der Elbe und zeichnet sich durch ein einheitliches Gefille von 0.26 ... 0.30 %O und mittlere Flieageschwindigkeiten von 1.14 m/s bei MQ (327 m'/s) bzw. 0,96 tn/s bei 0.5 MQ aus. Das FluRbett besteht aus Steinen, Kies und Sand; Steine und Kies zeigen oft autotrophen Bewuchs (Moose und Fadenalgen) auf der Oberseiteein Hinweis auf ihre weitgehend stabile Lagerung. Das stimmt iiberein rnit den Feststellungen bei hydrologischen und fluRmorphologischen Untersuchungen, daR im sachsischen Elbegebiet in den vergangenen 30 Jahren keine Eintiefungen oder Erhohungen der FluRsohle stattgefunden haben und die Elbe im Raum Sachsen als stabil einzuschatzen ist (DOHMS, FROHLICH und FAIST, 1990). Die Uferbereiche weisen eine iihnliche Struktur auf; sie sind bei mittleren und niedrigen Wasserstanden nur wenige Dezimeter iiberflutet und bilden so Zonen mit geringerer FlieRgeschwindigkeit. ~~~~ I Dedicated to Professor DIETRICH UHLMANN on the occasion of his 65th birthday.

668 K. MADLER

Untersuchungsstationen waren in den Jahren 19SS bis 1991 Pirna (krn 33.9). Birkwitz (km 39.6). Dresden-Pieschen (km 58.6). Gohlis (krn 65.4). Scharfenberg (krn 76,l) und Zehren (km 89,9). jeweils im linken und rechten Uferbereich. Nach Wegfall der starken lokalen Unterschiede in Belastung und Besiedlung (vgl. Kap. 4 und 5) konzentrierte sich die Bearbeitung auf die Stationen. Pirna, Birkwitz. Dresden und Scharfenberg: Gohlis und Zehren wurden nicht rnehr regelmlBig untersucht.

3. Methoden

Zur qualitativen bzw. semiquantitativen Gewinnung des blakrozoobenthon wurden foigende Methoden genutzt: -Entnahnie von Steinen rnit dahinter gehaltenem Netz aus ca. 50 ern Wassertiefe; Ablesen, Abspulen bzw. Abbiirsten der in flachen Schalen abgelegten Steine; -Exposition von Substratkiisten: Kisten rnit durchbrochenen Wandungen. 37 x 7-7 x 12 em. wurden rnit faustgroBen Steinen gefullt, mit einem Gitterdeckel verschlossen und in einer Wassertiefe von 1.5 bis 2 rn exponiert: die Untersuchung der Kisten erfolgte in Abstinden von ca. 4 Wochen; neben der rnakroskopischen Durchsicht im Gelinde wurden jeweils ein oder zwei Steine zur genaueren Laboruntersuchung entnornmen und durch neue ersetzt; -Kick-Sampling in 40 bis 60 crn Wassertiefe: -Entnahrne des Bewuchses von Pontons der Fihren: Abkratzen einer Fliche von ca. 10 x 50 em rnit Hilfe eines Pfahlkratzers. Der Einsatz von Substatktisten hat sich bewihrt. Sir erlauben die Untersuchung auch bei erhohtem Wasserstand, bei dern die Entnahrne von Steinen und Kick-Sampling nicht rn6glich sind. Beirn Vergleich der aus den Kisten gewonnenen Proben rnit Steinproben ergaben sich qualitativ kaum Unterschiede: alle hiiufigeren Taxa waren in beiden Proben enthalten. Differenzen ergaben sich lediglich irn autotrophen Bewuchs: Steine aus ca. 50 ern Tiefe waren regelmYBig rnit fidigen Algen. z.T. auch rnit Wasserrnoosen bewachsen. in den Substratkisten bei Exposition in 1.5 bis 7rn Tiefe fund sich auch nach sechs Monaten kaum autotropher Bewuchs. Quantitativ konnen Besiedlungsunterschiede auftreten: so kornmen H?dn,~.v!,c/ir-Lar~en als typische Bewohner tieferer Zonen in den Klsten massenhaft. auf Steinen in geringerer Tiefe nur mSl3ig hlutig vor, Schnecken und Egel zeigen ein urngekehrtes Besiedlungsverhalten. Die Errnittlung der lndividuendichten erfolgte bei reichlichern bis rnassenhaftem Auftreten durch Schltzung. bei geringen Abundanzen durch Ausziihlung rnit Bezug auf die untersuchte FIYche; in der Regel wird die Individuendichte in einer fiinfstutigen Skala angegeben. Zur Charakterisierung der rlumlichen und zeitlichen Artenverteilung wurde die relative Konstanz oder Stetigkeit errnittelt. d. h. die Angnbe. in welchem Teil der zu vergleichenden Proben die gesuchte Art vorkornrnt. Die Konstanz wird entweder direkt in Prozent angegeben oder in einer vierstufigen Skala ausgedriickt: I: die Art ist in 1-25 9. 2: in 25-50 %, 3: in 50-75 70.4: in 75-100 % der Einzelproben enthalten.

  1. Die anthropogene Belastung der oberen Elbe in Vergangenheit und Gegenwart Bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts erfuhr die Elbe nur geringfugige anthropogene Belastungen, sie war noch weitgehend naturnah und ohne massive Abwassereinleitungen. Im Laufe der letzten 150 Jahre kam es dann zu entscheidenden Veriinderungen in der Gewiissermorphologie durch Ausbaumaanahmen fur die Schiffahrt, den Hochwasserschutz und die Energiegewinnung, in der Wasserbeschaffenheit durch zunehmende Einleitungen komrnunaler und industrieller Abwiisser; als Folge beider Faktoren zeigten sich erhebliche Veranderungen im Artenbestand und der Besiedlungsdichte in der Elbe.

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