Das Zeitalter der Chemie, seine Aufgaben und Leistungen
β Scribed by F. Haber
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1922
- Tongue
- English
- Weight
- 863 KB
- Volume
- 35
- Category
- Article
- ISSN
- 0044-8249
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β¦ Synopsis
Das Zeitalter der Chemie, seine Aufgaben und Leistungen. Von F. HABER. (Vortrag, gehalten in der Akademie der Wissenschaftea. Berlin.) (Eingeg. 19.112. l%l.? Der Geschirhtsahschnitt, den wir diirchlehen. piht der Chemie i : Rahmen der Natiirwissenschaflen Pine uherrqpende Redeutiing fof dll wirtsrhaftliche Welt Die Rntwirkluno vor dern Kriepe hat diesel Ziictand begrllndet. die Wirknne. des Krieges ihn eefordert, ja fiber stllrzt. Rei nns aber, die wir von den VBlkern der Erde wegen UnSere grofien Mensrhenzahl nnd unserer kleinen RodenflArhe hesandera s h l aiif indiistrielle Betltigunp angewiesen sind iind unter den ~i r k u n g e l des Krieges am srhwercten leiden. tritt die Tendenz der Zeit mit lhrel Ansp-firhen an unsere kilnftipen Leistunpen am Frhlrfstw hervor. Da, vorige Jahrhundert. dau d w Empniblilhen der Technik ails der Natur wissensJ*haft sah, das in dpn groAon Jndnsirid!indern einen wunder vollen Anfsfieg der U'irtschaR mit Hilfe der Xnhle cchuf, hat von J a h zu Jahr tiefer in die RohstnrfhestRnde hineingamiffen. a m denen Wii von alters her Iincere Bediirfnisse zu befriedigen gewohnt waren. Die Erde schien unendlich reich an Even. aua denen sich die wertvoller Schu-ermetalle mit. leichter Mlihe gewinnen lieBen. Die Lager an Rob. stoffen fiir die Dlingerinductrie galten fiir unerschfipflich, die Rdo! qnellen flir grenzenlos ereifbig. Das Gliirk der Menschen und d~ Anfgabe der naturwissenschaftlichen Technik schienen darin zu pypfeln daR wir sie nachdriicklirher ansziiheuten lernten. Der Massenverbraurl pleirhbleibender Rohstoffe riirkfe die pestaltenden Zw eige der Technik die auf der Physik rnhen und die Stoffe unserem Gehraurhe dienstbal machen. ohne sie chemisch umzuhilden, in den Vordergriind des allpemeinen wirtwhaftlichen Lebene. Sie schuten die RrUrken des Verkphrs uher die mnze Erde und erfUllten unsere Welt mit wundervollen elektrischen Einrirhtuneen. Nicht, daB die Chemie an Rang ihrer Leistunpen dahinter zuriickgehlieben wfire. Im Gepenteil! Sie leuchlete unter den technisrhen Zweigen durrh eine wundervolle Flille fruchtbarer wiscenrchaftlirher Erkennlnisse. Sie entuickelte die alten Formen stofflicher Tlmbildiing zu grofi-n teahnischen Protescen und sie sehuf in uneerem Lande aua dern Steinltohlenteer eine neiie weltbeherrwhende Jndustrie. JR. cs war ein hesonderer eiEener Gfanz um sie. weil s;e an einer ziigXnglichen und wichtieen Stelle die Natur Ilberholte. weil sie hei den Farbstoffen, die die h'atur nach wenigen einfachen Rezeplen bildet, einen neuen Repenboeen hervorzauherte, dessen Schatlierunpen an Renlgndigkeit und Schtinheit die Pflanzenfarben Ubertmfen. Sie entcprach auf das vollkominenste einem Zeitaller, das seine Aufgabe darin sah, uns zu Bediirfnissen zu erziehen, weil sein wissenschaftlicher Stand erlaubte, sie anf industriellem Wege zu hefriedigen.
Die ersten Wolkenschatten fielen auF diese strahlende Welt, als dic Geologic daran ping, ein Invenlar der Rnhutoffe in der Erdrindc aufzunphmen, Verbrauch und Vorrat zu vergleichpn, und der Zweife kam, nb die Erde unserem Zugriff die bereilen Schlize fiir den jahrlirt steigenden Massenverbrauch auch stRndig darbieten wlirde. Dem steigen den Massenverbraurh aber war nicht Einhalt zu tun, weil die Lebens erleichterung, mit der die technische Leistling znerst beglticktp, zun Lehensanspruch wurde, zur Forderung, die jeder erhnh, und die in dei Welt des eozialen Friedens jedem zuerkannt und erfiillt werden miiBte Die Erkenntnis d h m e r t e , dab das goldene Zeitnlter nicht ewig danerr wiirde, in dem die Technik erzeugte, was der sysfemaiisrhe Fnrtschriti der frei schaffenden Wissenschaft ihr ermliglichte, und die Wirtschafi aufnahm, was die Technik hervorbringen konnle. Die Rohstofffrage wurhs als ein Dornengestriipp im Garten der Wirtschaft empor, da: unsere Schrifte schrnerzhaft zu hemmen drohte, wenn die Wissenwhafl nirht rerhtzeitig nnd wirksam zu lehren verstand, andere verbreitetere Bestandteile der Erdrinde in unseren Dienst zu nehrnen. Die Ahnunp wurde lebendig, diiB die Naturwissensrhaft nicht nur Selbstzwerk ist und urn dessentwillen unter den Menschen erhalten wird, sondern daR sir! groBe Pllichten gegen das allgerneine Leben hat, weil dessen RedUrfnisse letzten Endes aus ihr erflocsen sind.
Aber das sahen zu Anfang des Jahrhunderts nur wenioe, bis der Krieg kam und die Rohstoffsorge jedem handoreitlich fiihlbar wurde. Jetzt merkte man, was far ein Netz feinster Fliden wir kunstvoll tiber die Erde gespannt hatten, um tiherall die Rosinen aus dern Rohstoff-
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