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Alkaloide der Pereiro-Rinde, I. Mitteil.: Über Geissospermin

✍ Scribed by Bertho, Aifred ;von Schunckmann, Gustav


Publisher
Wiley (John Wiley & Sons)
Year
1931
Weight
688 KB
Volume
64
Category
Article
ISSN
0365-9631

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✦ Synopsis


Aus der Rinde der in Brasilien heimischen Apocynee Geissospermum Vellosii (Taberme mmtana kzevis VeZZ., vulg. Pao Pereiro, Pao Pereira, Pau Pereiral)), gewohnlich als Pereiro-Rinde (Cortex Pereiro) bezeichnet, wird ein gelbbrauner, amoxpher Extraktstoff gewonnen, der unter dem Namen Pereirin in Brasilien als Fiebermittel Verwendung findet. Wie bereits aus einem Befund von Pietro-Peretti2) entnommen werden k a n y ist diese Droge nicht einheitlich. Sie stellt vielmehx ein Rohalkaloid-Gemisch dar. 0. Hesse3), der sich als erster mit der Isolierung der Pereiro-Alkaloide befal3t hat, erhielt aus einer bastartigen Pereiro-Rinde das gut kryskallisierende Geissospermin, dem er die Formel C,eH,,N,O, + H,O zuschrieb, und das amorphe Pereirin von der angeblichen Zusammensetzung C,&&,N,O. Er lie13 die Miiglichkeit offen, daB in sehr geringer Menge ein weiteres, in kry- stallinischen Kornern sich abscheidendes Alkaloid vorhanden ware. Im Gegensatz hierzu besal3 ein aus dckerer Stammrinde hergestelltes , ,Geissospermin Trommsdorff", das M. Freund und Ch. Fauvet,) eingehend untersucht haben, die Zusammensetzung C,H,&O,. Es war keinesfalls mit dem Hesseschen Geissospermin identisch. Freund und F a u v e t schlugen f i r dieses Alkaloid, von dem sie einige Abbauprodukte beschrieben, den Namen Vellosin vox. Es besteht nach Hesse einerseits die Moglichkeit, da13 dieses Vellosin mit dem von ihm nur in gexinger Menge beobachteten dritten Pereiro-Alkaloid identisch ist, andererseits konnte nach Hesse zur Herstellung des Vellosins auch keine echte Pereiro-Rinde verwendet worden An. Wir haben von befreundeter Seite einen kleinen Posten Pereiro-Rinde erhalten, die, wie uns Hr. Prof. Gilg-Berlin-Dahlem in liebenswiirdiger Weise mitteilt , nach Vergleich niit zuverlassigem Material eindeutig von Geissospermum Vellosii abstammt. Unser Rindenmaterial, das als , ,Pau Pereira" deklariert war, bestand teils aus dickerer AuJ3enrinde. teils aus diinnem, faserigem Rindenbast. Nach den Mengen und den Eigenschaften der von uns aus dieser Rinde isolierten Alkaloide zu urteilen, steht es auBer Zweifel, daB 0. Hesse Material der gleichen Herkunft vorgelegen hat, zumal auch sein Material durch Vergleich eindeutig als von Geissospermum Vellosii abstammend erkannt worden war. Den Angaben der Literatux zufolge, betragt der Gehalt der Rinde an Geissospermin und Vellosin zusammen 0.125y0, an Pereirin, das sach Th. Peckolts) auch und m a r ausschliel3lich in den Blattern und Friichten 1) Nach ,,Chernovizs Formulario" sind noch cine Reihe von anderen Bezeichnungen 1) Pietro-Peretti, Journ. Chim. Med. [3] 1. 304 [1845]. -Alteste Literatur 0. H e s s e , B. 10, 2162 118771; A. 302, I41 [I880], 377.300 [1893]. ! &k 195 [1895]. 4) M. Freund u. Ch. F a u v e t , B . 26, 1084 [1893]; A. 383, 247 [18941. 5 ) Th. Peckolt, Ztschr. &err. Apotheker-Verein 1896, 889, 913. -Beziiglich der physiologischen Wirkungen siehe Bochefontaine u. C. de Freitas. Compt. rend.


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