Über terpenoide Ringsysteme, I. (vorläuf.) Mitteil.: Synthese eines Körpers mit blauer Antimontrichlorid-Reaktion
✍ Scribed by Vogel, H. ;Stohl, M.
- Publisher
- Wiley (John Wiley & Sons)
- Year
- 1933
- Weight
- 270 KB
- Volume
- 66
- Category
- Article
- ISSN
- 0365-9631
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✦ Synopsis
Von verschiedener Seite l) wurde die Blaufarbung, die beim Vermischen einer Losung von L e b e r t r a n in Chloroform mit einer ebensolchen Losung von A n t i m o n t r i c h l o r i d unmittelbar eintritt, als charakteristisch fur das V i t a m i n A betrachtet. Seitdem man aber gefunden hatte, daB auch samtliche Carotinoide diese Reaktion geben, tauchten Zweifel an der Spezifitat dieser Reaktion fur das Vitamin A auf. Tatsachlich hat unter den Carotinoiden nur das C a r o t i n selbst Wachstums-Wirkung; die anderen Carotinoide, z. B. Lycopin, geben zwar d i e b l a u e A n t i m o n t r i c h l o r i d -R ea k t i o n , zeigen aber keinerlei Wirkung auf das Wachstum2).
Fur die biologische Wirkung des Carotins scheint die Existenz mindestens eines Jonon-Ringes notig zu sein. Dieser Ring, in Verbindung mit einem System konjugierter Doppelbindungen, ist nur im Carotin, nicht aber in den anderen Polyen-Farbstoffen (Lycopin, Bixin etc.) vorhanden. Offnen der Jonon-Ringe bedingt biologische Inaktivierung 3). Da J o n on selbst biologisch unwirksam ist, ein dem mittleren Teil des Carotin-Molekiils entsprechendes System konjugierter Doppelbindungen aber ebenfalls unwirksam ist, scheint es naheliegend, der Gesamtheit beider Molekiil-Bestandteile die biologische Aktivitat zuzuschreiben.
Diese erwahnte Zusammensetzung scheint eine besondere Fahigkeit zu Ringschliissen zu bedingen. Fur das Vitamin A wurde eine cyclische Formel aufgestellt 4). Die Cyclisierung der Carotin-Kette wird direkt als Erklarung der Vitamin-A-Bildung aus dem ,,Pro-vitamin" Carotin dargestellt. Diese Cyclisierung fiihrt zu Formelbildern, welche sich den Harzalko-holen5) und den Sterinen 6, nahern. Zusammenhange zwischen diesen Gruppen sind sowohl in genetischer Beziehung als auch durch gewisse gemeinsame Reaktionen und durch die Identitat mancher Abbauprodukte wahrscheinlich gemacht.
Wir schlagen fur die Gruppen der Harzalkohole, Harzsauren und Sterine, sowie fur das Carotin einschliefilich Xanthophylle den gemeinsamen Namen ,,Terpenoide" vor. Fur die ubrigen Carotinoide und ahnliche Korper, die keine Ringe aufweisen, bliebe dann die Bezeichnung ,,Polyene" reserviert, wahrend ,,Terpene" die Bezeichnung der auch bisher als solche benannten KOrper bliebe.
Die Cyclisierung d e s C a r o t i n s in vitro stofit auf Schwierigkeiten. Wir haben deshalb versucht, einen Teil des Carotin-Molekules, namlich den Jonon-Teil, iiber das Jonon selbst, Bedingungen zu unterwerfen, die eine Cyclisierung herbeifuhren sollten. l) C a r r u. P r i c e , Biochem. Journ, 20, 417 [I~zG]; R o s e n h e i m u. D r u m m o n d ,