Über Metallcarbonyle, 79. Mitteil. Neuere Anschauungen Über Entstehung und Konstitution Äthylendiamin-Haltiger Eisencarbonyle
✍ Scribed by Hieber, Walter ;Sedlmeier, Josef ;Werner, Robert
- Publisher
- Wiley (John Wiley & Sons)
- Year
- 1957
- Tongue
- English
- Weight
- 528 KB
- Volume
- 90
- Category
- Article
- ISSN
- 0009-2940
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✦ Synopsis
Eine kritische Untersuchung der schon fruher bearbeiteten Reaktionen der Eisencarbonyle mit Aminen hat ergeben, daR hierbei salzartige Verbindungen mit mehrkernigen Carbonylferrat-Anionen und hexakoordiniertem Eisen(1l)-Kation entstehen. -Die Reaktion von Eisentetracarbonyl mit Athylendiamin (abgek. ,,en") fuhrt unter Valenzdisproportionierung des Carbonylmetalls zunachst zum Tri-Lthylendiamin-eisen(lI)-hendekacarbonyl-triferrat 40" 4 Fe3(CO)12 + 9 en -3 [Fe enj][Fe3(CO)11] + 15 CO. Temperaturerhohung bewirkt den Abbau des dreikernigen Anions zum Oktacarbonyl-diferrat 90" 3 [Fe en3I[Fe3(CO)111 $-3 en --+ 4 [Fe en31 [Fe2(CO)s] + CO. SchlieRlich fuhrt die weitere Disproportionierung des Anions zurn stabilen Endprodukt, dem Tetracarbonyl-ferrat 145' 4 [Fe en3l[Fe2(CO)s] + 6 en --+ 6 [Fe en3][Fe(C0)4] + 8 CO. Der ionogene Charakter dieser Verbindungen wird durch deren Leitfahigkeit in verschiedenen Medien sowie durch die quantitative Fallbarkeit des kationischen Eisens als Sulfid oder Hydroxyd erwiesen. Die Existenz der Carbonylferrat-Anionen wird durch Fallung mit komplexen Kationen sichergestellt ; das kationisch gebundene Athylendiamin kann durch andere Amine ersetzt werden.
Friihere Auffassungen uber ,,Athylendiamin-substituierte Eisencarbonyle" sind entsprechend zu revidieren.
I. GRUNDSATZLICHE VORSTELLUNGEN
Ausgehend von der ausgepragten Bildungstendenz cyclischer Molekulverbindungen wurde schon vor langererzeit 2) der Versuch unternommen, das Kohlenoxyd im Eisenpentacarbonyl durch bifunktionelle Amine, speziell Athylendiamin, zu ersetzen. Die bei Verwendung von Pyridin als ,,Losungsmittel" unter peinlichem AusschluR von Wasser erhaltliche ziegelrote Verbindung, die als ,,Fe2(CO)sen2'' formuliert worden war, konnte noch als Substitutionsprodukt des Dieisenenneacarbonyls gedeutet werden. Eine Molekulargewichtsbestimmung zur Bestatigung dieser Auffassung war jedoch in Ermangelung eines geeigneten Losungsmittels nicht durchzufuhren. In der Folge konnten noch andere Athylendiamin enthaltende Eisencarbonyle aus Tetracar-bony1 und Athylendiaminhydrat isoliert werden, so dieverbindungen ,,Fe4(C0)12en3"3),