Über Indigo
✍ Scribed by W. Madelung
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1921
- Tongue
- English
- Weight
- 592 KB
- Volume
- 34
- Category
- Article
- ISSN
- 0044-8249
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✦ Synopsis
SchluB von Seite 482.) Die Reaktionen des Indigblau sind solche der Carbonyl-und der Iminogruppen. Es ist bemerkenswert, dai3 typische, leicht erfolgende Reaktionen eigentlich nur solche der Wasserstoffaufnabme und der Dehydrierung sind, d. h. solche, die man als typisch ftir chinoide.oder teilchinoide Systeme kennt. Dagegen lassen sich die typischen Reaktionen der Carbonyl-und Iminogruppen nicht oder nur durch Gewaltreaktion erzwingen. Schon B a e y e r hatte die gr6ijten Schwierigkeiten, die Iminogruppen nachzuweisen. Die Darstelhng des Diathylindigo, die er als Beweis fiir die Anwendbarkeit von Iminogruppen anftihrte, ist ihm auch nicht ausgehend von fertigem Indigo gegliickt. Die Acetylierung gelingt nur durch lanpieriges Kochen init viel Essigsaureanhydrid und Acetylchlorid. Gegen Ketonreagentien ist Indigo auffallend resistent. Ein Monoxim') ist zwar aus alkalischer Hydroxylaminltisung erhlltlich, seine Bildung erfolgt aber jedenfalls in komplizierterer Weise iiber die Alkaliverbindung des Indigo hinweg. Dasselbe gilt von der Bildung des Monoimids des Indigo durch Einwirkung von Zinkhydroxyd-Animoniak auf Natronindigo nach dem Verfahren von B i n z und Lange?). Nur durch Erhitzung des Indigo mit Chlorzinkaiiimoniak auf eine Temperatur, die nahe der Zersetzungstemperatur liegt, gelang es mir '), etwas Diimid neben dem sich zum grtiBten Teil bildenden Monoiniid auf dem Wege iiber Indigo darzustellen und eine Bhnliche Gewaltreaktion ist die Einfiihrung von Anilin zu Bisarylimid "), indem man unter Zusatz wasserfreier Borsaure rnit Anilin kocbt. Demgegentiber steht die auBerordentliche Leichtigkeit, mit der sich Indigodiimid unisetzt. Wir, d. h. Herr W i l h e l i n i und ich, konnten das Diimid leicht in essigsaurer oder alkoholischer Ltisung niit Ketonreagentien auf dem Wasserbade u6setzen. Man erhalt so mit Hydroxylamin das Dioxim des Indigo, mit Phenylhydrazin ein Diphenylhydrazon. Mit Hydrazin entsteht ein neuer Sechsring, das Indigodiazin, eine sehr empfindliche Verbindung, die nur in Salzform isolierbar ist. rluch das bekannte Dianil ist leicht durch schwaches Erwarmen rnit Anilin in Eisessig darstellbar. Zu unserer Uberraschung gelingt es aber auch, das Indigoimid mit alipha tischen Aminen unizusetzen, namlich beim Erhitzen des Hydrochlorids des Indigodiimids mit einer alkoholischen LBsung von Methylamin das Dimethyldiimid zu erhalten.
Eine Verbindung, die ich hier noch erwahnen muB, ist das Dixetylderiviit des Indigodiimids, das inan leicht durch Einwirkung von Essigsaureanhydrid auf Indigodiimid erhalt. FIir diese Verbindung waren zwei Konstitutionsformeln mtiglich, je nachdem, ob die Acetylgruppen Wasserstoffatome der Ketimino-oder der Ringiminogruppen ersetzen. Das erstere ist der Fall. Das Diacetylindigodiimid ist eine Verbindung, deren Absorption von derjenigen des Indigo ganz unwesentlich abweicht, wlhrend die Farbe des Diacetylindigos rot ist. Dann ist sie ebenso wie Indigo sublimierbar unter Bildung roter DSimpfe, wahrend sich Indigodiimid unter Ammoniakabspaltung zersetzt.
'Xe Untersitchung der Gruppenreaktionen des Indigo wurde nun iiuch siif ani Stickstoff substituierte Derivate und auf die Leukoderivate ausgedehnt.
Diacetylindigo ist ebensowenig wie Indigo zur Bildung eines Carbonylderivats befahigt. Erwiirmt man Diacetylindigo mit Phenylhydrazin, so erhalt man, wie bereits I, i e b e r man n und Dic khut"') fanden, nicht etwa ein I'henylhydrazon, sondern die Verbindung wird zuR-Diacetylindigweiij reduziert. Dieses ist mit dem a-DiacetylindigweiB isomer, das man durch Acetylieren von Indigweif3 erhllt und durch dessen Oxydation Diiicetylindigo entsteht. Man erhalt also ein Indigweifiderivat , das yegen Phenylhydraziri bestandig ist. Dasselbe gilt auch von dem isoineren I(-DiacetylindigweiB wie vom Indigweiij selber. Nun ist Indigweill in der ublichen Sahreibweise nichts anderes als die Dienolforni eines 1,4 Diketons.
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