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Über eine Näherungslösung der Einsteinschen Feldgleichungen, welche in quellenfreies Gravitationsfeld darstellt

✍ Scribed by Hans-Georg Schöpf


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1961
Tongue
English
Weight
650 KB
Volume
464
Category
Article
ISSN
0003-3804

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✦ Synopsis


Inhaltsiibersicht

Es wird in zweiter Naherung eine Losung der Einsteinschen Feldgleichungen R,, = 0 angegeben, die folgende Eigenschaften hat: R p y x ~ + 0 ; Singularitatenfreiheit ; s p y j . 17"" fur r + co; positive Gesamtenergie. Die physikalische Bedeutung einer derartigen Losung wird diskutiert.

Q 1. Die physikalische Bedeutung des Problems

Die vorliegenden Untersuchungen beschaftigen sich mit der Moglichkeit , ein quellenfreies Gravitationsfeld zu konstruieren. Um die physikalische Bedeutung derartiger Betrachtungen einzusehen, orientieren wir uns zunachst an der speziell-relativistischen Feldtheorie.

Hier erscheinen die einzelnen Felder als Beschreibung selbstandig existierender Materiearten ; nach dem Vorbilde der phiinomenologischen Materie haben sie demgemaB ihre eigene Energie, ihren eigenen Impuls, Drehimpuls usw., treten sie mitcinander in Wechselwirkung, sind sie miteinander gekoppelt. Eine eindrucksvolle Rechtfertigung dieser Auffassung ergibt die quantisierte Form der Feldtheorien, welche die jeweils zu einem Felde gehorigen, voneinander verschiedenen und beobachtbaren Teilchen liefert. Freilich wird durch die Moglichkeit der Teilchenumwandlungen die Selbstandigkeit der quantisierten Feldcr relativiert. Eine solche Relativierung tritt aber auch schon in der klassischen Formulierung insofern auf, als es im Falle wechselwirkender Felder im allgemeinen nicht moglich ist, z. B. die Gesamtenergie auf die Partner ohne Willkiir zu verteilen.

Aus diesem Grunde wird die Konzeption von Feldern, die relativ selbstandig existierende Materiearten beschreiben, ihre logisch stiirkste Stiitze in der Moglichkeit finden, isolierte freie Felder zu konstruieren, zumindest unter idealisierten Verhaltnissen. Die Idealisationen, um die es sich hier handelt, werden verschieden zu beurteilen sein, wie wir am Beispiel eines Feldes mit elektrischer Ladung und eines Maxwellschen Feldes erliiutern wollen. Gehen wir namlich von dem Satz aus, daB jedes elektrisch geladene System von einem Maxwellschen Feld begleitat ist, so wird es im Prinzip iiberhaupt kein freies elektrisch geladenes Feld. z. B. ein Diracsches Feld geben. Die Annahme eines solchen hat daher prinzipiell den Charakter einer Niiherung. die sich auf die 5 Ann. Physik, 7. Folge, Bd. 9