Über ein Welke erzeugendes Stoffwechselprodukt von Fusarium lycopersici Sacc
✍ Scribed by Pl. A. Plattner; N. Clauson-Kaas
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1945
- Tongue
- German
- Weight
- 540 KB
- Volume
- 28
- Category
- Article
- ISSN
- 0018-019X
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✦ Synopsis
Die Analysen wurden in unserer mikroanalytischen Ahteilung von den HH. H. Gubser und W . Xanser ausgefiihrt. Organisch-chemisches Laboratorium der Eidg. Technischen Hochschule, Zurich. 20. Uber ein Welke erzeugendes Stoffweehselprodukt von Fusarium lyeopersiei Sacc. von PI. A. Plattner und N. Clauson-Kaas. (23. XII. 44.)
E i n l e i t u n g Gewisse Pilze, die als Parasiten auf Pflanzen leben, haben die Fiihigkeit, ihre Wirtspflanze zum Welken und zum Absterben zu bringen. Solche Welkekrankheiten werden u. a. auch von Pilzen der Gattung Fusarium hervorgerufen (Fusariosen) und sind vor allem an wertvollen Kulturpflanzen untersucht worden, da die wirtschaftlichen Schaden, welche durch den Pilzbefall entstehen, sehr erheblich sind l) .
Dass der Pilzbefall die primare Urssche der Welkekrankheiten ist, ist heute unbestritten. Dagegen herrscht uber die Art und Weise, in welcher die schadigende Wirkung der Pilze zustande kommt, noch keineswegs Klarheit. Die von vielen Forschern vertretene Ansicht, dass in erster Linie toxische Stoffwechselprodukte der Pilze fur das Welken der Pflanzen verantwortlich sind, ist noch nicht sichergestellt, und such nicht allgemein anerkannt2). Diese Frage wird sich erst mit Aussicht auf Erfolg bearbeiten lassen, wenn es gelingt, die giftigen Stoffwechselprodukte der Parasiten zu isolieren und fur phytopathologische Versuche zur Verfugring zu stellen.
Die Toxin-Theorie der Welkekrankheiten fusst vor allem auf der Beobachtnng, dass Filtrate von Kulturen pathogener Pilze, die auf kunstlichen Xahrboden gezuchtet wurden, imstande sind, gesunde Pflanzen zum Welken zu bringen. Da es wahrscheinlich ist, dass die in solchen Kulturfiltraten vorhandenen Toxine mit den bei parasitarem Wachstum gebildeten identisch sind, bieten die Filtrate ein I) Vgl. z. B. Wollenweber-Reilzking, Die Fusarien, Berlin 1935. 2, Eine umfassendere Diskussion rles Problems findet sich bei H . A. Harras, Phytopathology, 30, 625 (1940).
l) Wir wurden auf das Problem der Welkekrankheiten durch Prof. Dr. I<. CA3zcmann, Vorstand des Instituts fur spezielle Botanik der Eidg. Techn. Hochschule aufmerksam gemacht, der auch fur die Beschaffung der notigen Pilzkulturen besorgt war, wofiir wir ihm bestens danken.