𝔖 Bobbio Scriptorium
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Über ein Relaxationsphänomen an der Skeletmuskelfaser

✍ Scribed by K. E. Rothschuh


Publisher
Springer
Year
1956
Tongue
English
Weight
967 KB
Volume
262
Category
Article
ISSN
0031-6768

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✦ Synopsis


1. Beschreibung des 1)h~inomens

Man kann, wie an anderer Stelle ~a beschrieben wurde, bei mikroskopiseher Untersuchung am Quersehnitt friseh verletzter isolierter, fiberlebender Skeletmuskelfasern des Frosches einen I)rozeB struktureller Desorganisation mit Faserzerfall bzw. Kontraktur beobachten, der yore Querschnitt oder sonstwie verletzten Stellen ausgeht und langsam mehr oder minder groBe Faserabschnitte erfaBt. Man sieht in der Grenzzone dieses fortschreitenden Prozesses: also an der Grenze zwischen Strukturdesorganisation und intakter Querstreffung, eine langsame, zum Orte der Strukturdesorganisation hingerichtete ,Verschiebung" der Fibrillen, ein ,FibrillenflieBen". Zugleieh verschiebt sich auch die Grenzzone der Strukturdesorganisation in die intakte Querstreifung der Fibrillen hinein, wobei diese entweder in KSrnchen zerfallen oder in eine Kontraktur mit ~uBerst enger Querstreifung un4 Strukturtriibung (----Desorganisationskontraktur) fibergehen. Die experimentelle Analyse des Phi~nomens hat ergeben (K. E. RoT~sc~u]t~4), dab diese Erseheinungen zu einem Tell mit den elektrischen Bedingungen am Querschnitt zusammenh~ngen. Doch erwiesen sieh auger den elektrischen Bedingungen noch weitere Momente wie die Anwesenheit yon Ca++-Ionen als besonders wichtig.

Unter besonderen Umst~nden l~Bt sich noch ein weiteres sehr eigenartiges 1)h~nomen an den isolierten Skeletmuskelfasern des Frosches beobachten: dabei entsteht an den Enden frisch durchtrennter Skeletmuskelfasern in bestimmten LSsungen, ~xelche eine Kontraktur hervorrufen, eine Icolbige Verdicl~ung (Abb. 1)~ Sie entwickelt sich stets an der Grenzzone der fortschreitenden Desorganisation, wo die Fibrillen noch intakt sind, und wandert stets vor bzw. mit dieser Grenzzone weiter, in der Abb. 1 also yon oben naeh unten. Sie umfaBt in der l~egel etwa den gleichen Faserabsehnitt, in dem auch das oben beschriebene ,FibrillenflieBen" zu * Ausgefiihrt mit Unterstiitzung der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Gesellschaft zur F5rderung der Westf. Wilhelms-Universit~t. Ein erster Bericht wurde erstattet auf der Tagung der Deutschen 1)hysiologischen Gesellschaft in Graz 1955.


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