Über ein antineuritisch wirksames Oxydationsprodukt des Aneurins
✍ Scribed by Zima, O. ;Williams, R. R.
- Book ID
- 102781833
- Publisher
- Wiley (John Wiley & Sons)
- Year
- 1940
- Weight
- 571 KB
- Volume
- 73
- Category
- Article
- ISSN
- 0365-9631
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✦ Synopsis
Z i m a , Williams. 94 1 151. O.Zima und R.R. Williams: uber ein antineuritisch wirksames [Aus d. Hauptlaborat. d. Firma E. X e r c k , Darmstadt, u. d. Privatlaborat. S u m m i t , New Jersey, U. S. -4.1 (Eingegaugen am 27. Juli 1940.) Die Frage, ob Aneurin oder sein Pyrophosphorsaureester (Cocarboxylase), im lebenden Gewebe die Funktion eines Redoxsystems iibernehmen kann, ist wiederholt Gegenstand experimenteller Bearbeitung gewesen. I n der Tat muB man annehmen, daB das Aneurin einer reversiblen Oxydation-Reduktion zuganglich ist, wenn man seine Funktion als Teil eines oxydativen Enzymsystems erklaren will. F. L i p m a n n l ) hat Aneurin mit Natriumhydrosulfit reduziert und dabei ein Yerhalten des Vitamins festgestellt, das dem von quartaren Pyridinverbindungen analog ist, die Komponenten gewisser Cofermente sind. I n diesen Fallen wird angenommen, daB die Hydrierung bzw. Dehydrierung an der Doppelbindung am quartaren Stickstoff erfolgt. Derselbe Autor z, hat auch das Auftreten gelber Zwischenprodukte wahrend der Reaktion beobachtet und diese als halbreduzierte Thiazoliumverbindungen gedeutet. F. L i p m a n n und G. Perlmann3) haben spater die Untersuchungen iiber die Reduktion mit Hydrosulfit auf andere Thiazole ausgedehnt und dabei festgestellt, daB das voriibergehende Auftreten gelber Verbindungen ganz allgemein bei der Reduktion von Stoffen dieser Korperklasse beobachtet wird.
Bisher wurden weder diese farbigen Zwischenprodukte noch das Reduktionsprodukt des Aneurins isoliert. Durch die Reduktion geht die antineuritische Wirkung verloren. Sie konnte auch nach der Hydrosulfitreaktion nicht erwartet werden, da das Aneurinmolekiil dabei der ,,Sulfitspaltung" unterliegt.
K. G. S t e r n und J. I,. Melnick4) haben nach der katalytischen Reduktion von Cocarboxylase mit Wasserstoff antineuritische Wirksamkeit des Reaktionsgemisches festgestellt, und zwar in einer GroBenordnung, daB die Annahme berechtigt erschien, das Reduktionsprodukt hatte die gleiche Wirksamkeit wie Aneurin. Indessen sind diese Untersuchungen aus folgenden Griinden nicht uberzeugend :
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Die Reduktion durch Hydrosulfit ist nicht, wie die Autoren vermuten, fur Aneurin charakteristisch. Andere Thiazoliumderivate verhalten sich gleich, ohne antineuritische Wirkung zu haben.
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Die Moglichkeit bleibt offen, daB die von S t e r n und Melnick beobachtete Wirksamkeit des nach der katalytischen Hydrierung erhaltenen Reaktionsgemisches auf unveranderte Cocarboxylase zuriickzufuhren ist.
3 ) Dihydroaneurin und Dihydrococarboxylase sind nicht autoxydabel. Diese Zweifel reichen freilich nicht aus, L i p m a n n s Theorie iiber den Xechanismus der Wirkung des Aneurins zu widerlegen; es erscheint aber angebracht, dieser Theorie mit einer gewissen Reserve zu begegnen, solange nicht weitere Beweise fur ihre Richtigkeit veroffentlicht sind.
Die angefiihrten Untersuchungen gehen von der Voraussetzung aus, daB das Aneurin in der Form, in welcher es isoliert werden kann, in einem OXY- dierten Zustand vorliegt und im Verlauf seiner Wirkung als Ferment einer *) F. L i p m a n n , 1. c. 140. 849 [19371.
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