𝔖 Bobbio Scriptorium
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Über die zweckmäßige Zubereitung von Kieselsäuredrogen

✍ Scribed by M. Roberg


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1943
Tongue
English
Weight
470 KB
Volume
281
Category
Article
ISSN
0365-6233

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✦ Synopsis


Unter K i e s e 1 s a Y r e d r o .g e n werden Drogen verstanden, bei deren peroraler V,erabreichung ein Teil der vorhandenen Kieselsaure gelost und vom Korper resorbiert wird. Das Gewicht liegt also nicht auf der G e s a m tk i e s e 1 s a u r e der Droge, sondern auf dem 1 6 s 1 i c h e n , genauer gesagt w a s s e r l o s l i c h e n Anteil aierselben, da nur diewr vom Korper aufgenommen un(d dort evtl. einen therapeutischen Effekt auszulosen verrnag. Bei der Herstellung einer Zuber,eitung der Drogen .dieser Gruppeu. a. Herba Pulmonaria.e, -Equiseti, -Polygoni avicularis, -Gal.eopsidis, in dieser Reihenfolge rangieren sie auch bezgl. ihres Gehaltes an loslicher Kieselsaureist daher in erster Linie a d eine moglichst vollstandige Erfassung der 1 o s -1 i c h e n K i e s e 1 s a u r e Bedacht zu nehm.en. Natiirlich spielen auch andere, gleichzeitig anw,esende Inhaltsstoffe eine Rolle, so Eqvisetonin bei Herba @ Equiseti und Gerbstoff bei den iibrigen drei Krautern.

Den Inhaltsstoffen einer Droge entsprechend mu8 ganz allgemein auch ,di,e Art ihrer Zubereitung unterschiedlich sein, wenn Wert auf eine moglichst quantitative Erfassung ihrer Inhaltsstoffe gelegt wird. z. B. Tinktur, Extrakt, Infus, Dekokt usw., wobei aller.dings auch andere Griinde #fur die Wahl mitbestimmend sein konnen, wie Preiswiirdigkeit, Haltbarkeit, bequeme -4nwendungsweise usw., zu dezen Gunsten man evtl. .cine Vermin#derung an Ausbeute der wirksamen Substanzen in Kauf n'imrnt.

Tinktur und Fluimdextrakt, zwei fur vi'ele Drogen avsgezeichnete V e r m beitungsformen, sind fur ,Kieselsauredrogen ungebrauchlich und auch un-zweckmaRig, da in beiden geringere Mengen Kieselsaure in Losung gehen als in wasserigen Zubereitmngen. So erbrachte nach G a utd a r d eine achttagige Mazeration von Equisetum arvense L. mit Alkohol verschiedener Starke folgende Wcrte: 30%iger Spiritus 0.09%, 50%iger Spiritus 0.06% und 70%iger Spiritus 0.07% Kieselsaure; ein Perkolat verfiigte uber 0.22%, eine wasserige Abkochung ,dagegen iiber' 0.71 % Kieselsaure, wahren,d ein ,,Dialysatum Equiseti arvensis Golaz" nur 0.008% NbesaD. M a s i n o fand in einem Fluidextrakt von Herba Equiseti mit 70% Alkohol nur Spur,en; in einem mit 50% Alkohol 0.18% und einem mit 30% Alkohol 0.236% Kieselsaure, dagegen in einem Infus 0.204% un,d ein,em Dekokt 0.421%. Aus Beobachtungen ahnlicher Art folgerte K r o e b e r : ,,Es verdient daher d k einfache Form d.er Abkochung den Vorzug vor den in ihrer Herstellung zeitraubendenden und wegen ihres Alkoholgehalt.es kostspieli en pharmazeutischen Praparaten". Wenn auch waren theoretisch Flui,dextrakte mit geringem Alkoholgehalt noch geeignet, wenn sie auch in d,er Regel wohl wegen der Kostenfrage ausscheiden, zumal haufig betrachtliche Drogenmengen verordn,et werden, z. B. bis zu 30 g pro die').

Unzweckmafiig ist nach clm Erfahrungen von G a u ,d a r d , M a s i n o , B r e i t w i e s e r und W a e n t i g die Verarbeitun der Pflanzen auf ,,F r i s c h p f 1 a n z e n s a f t e''. So enthielt der P r e k a f t von Equisetum arvense nach M a s i n o 0.0_31%, nach B r e i t w i e s e r 0.02 bis 0.04% Kiesel-hoherprosentige alkoholisc a e Ausziip unter allen Umstanden ausf,allen, so 1) Verschiedene Autoren fansden teilweise betriichtliche Unterschiede irn Extraktgehalt der akoholischen und wasserigen, heiR wie kalt bereiteten Ausziige. Diese Werte sagen aber nichts oder wenig iiber die husbeute an w i r ks a m e n Inhaltsstoffen aus. im obigen Fall an Kieselsiiure, weshalb sie auch fur unsere Fragestellung nicht herangezogen werden konnen.


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