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Über die zukünftige internationale Mittelmeerforschung

✍ Scribed by R. Woltereck


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1910
Tongue
English
Weight
825 KB
Volume
3
Category
Article
ISSN
1434-2944

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✦ Synopsis


Der alte Wunsch nach einer planmaDigen hydrographisch-biologischen Erforschung des Mittelmeeres ist in diesem Jahre seiner Erfullung um ein gutes Stuck naher gekommen. Nachdem die Erfolge der ,,Internationalen Meeresforschung" in Nord-und Ostsee gezeigt haben , wieviel in wissenschaftlicher und praktischer Beziehung von einer Kooperation der Regierungen und Stationen zu erwarten ist, soll jetzt bekanntlich das gleiche Arbeitsprinzip auch auf den Atlantik und vor allem auf das M i t t e l m e e r angewandt wcrden, das in seiner Abgesclilossenheit fur viele Probleme der Meeresforschung ein besonders gunstiges Arbeitsfeld darbietet. Auch hier sind es drei Gruppen von Fragen, welche nun durch gemeinsame Arbeit der Uferstaaten und der vielen biologisclien Stationen dieses Gebietes ihrer Losung naher gefuhrt werden sollen: um o z e a n o g r a p h is c h e , f i s c h e r e i l i c h e und endlich a l l g e m e i n b i o l o g i s c h e , den Gesamthaushalt des Meeres betreffende Interessen handelt es sich.

Die Arbeiten sollen nach den vorliegenden Programmen, deren Aufstellung wir der I n i t i a t i v e d e s F i i r s t e n voii M o n a c o zu danken haben, auf zweierlei Wegen in Angriff genommen wcrden: einerseits die A r b e i t e n a u f holier S e e durch Dampferfahrten nach Analogie der ,,Terminfahrten" etc. in Nord-und Ostsee.

Dampfer , Personal und Geldmittel sollen die beteiligten Regierungen zur Verfiigung stellen. Anderseits die A r b e i t e n a n d e r K u s t e sollen von den vorhandenen biologischen Stationen mit eigenen Kraften geleistet werden.

Fur beide Halften des Aktionsprogramms liegen schon detaillierte Kommissionsbesclilusse vor, die augenblicklich als Antrage a n die Regierungen gegangen sind. Die Regierungen sollen Delegierte ernemen, welche dann mit den bisherigen Kommissionsmitgliedern zusammen definitiv die Organisation des grol3en Werks in die Hand nehmen werden.

Die vorliegenden Beschliisse und Programme sind also fur die zukunftige Gestaltung der Mittelmeerforschung von eventuell grundlegender Bedeutung ; sie haben ihre jetzige Form zum Teil sehr rasch und innerhalb einer ziemlich engen Gruppe von Interessenten angenommen , ohne jede Diskussion in den weiteren Kreisen, welche a n diesen wichtigen Dingen ein berechtigtes Interesse haben. Uber diese, jetzt gedruckt vorliegenden Beschlusse soll im folgenden berichtet werden, m i t d e r A b s i c h t , e i n e s o l c h e D i s k u s s i o n a n z u r e g e n . D a man nun weil3, daO einmal gefaDte Kommissionsbeschlusse, auch wenn sie in einzelnen Punkten anfechtbar sind, sehr schnell eine suggestive &aft erlangen konnen, so erscheint es vielleicht als sachdienlich, wenn hier sogleich, wenn auch von einem ganzlich Unbeteiligten, einige Bedenken (und zwar in biologischer Beziehung) a n den Bericht angeknupft werden. Die einzige Autorisierung dieses Unbeteiligten liegt in privaten planlrtologischen Arbeiten, die ihn wahrend der letzten zwolf Jahre immer wieder a n verschiedene Stationen des Mittelmeeres fuhrten, und die auch in ihm den Wunsch nach eiiier all g e m e i n e n Behandlung der Mittelinem -Probleme immer reger werden lieSen.


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