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Über die Untersuchung basischer Inhaltsstoffe von Achillea-Arten

✍ Scribed by Prof. Dr. M. Pailer; W. G. Kump


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1960
Tongue
English
Weight
601 KB
Volume
293
Category
Article
ISSN
0365-6233

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✦ Synopsis


Aus dem organisch-cheinischen Institut der Universitat Wien (Eingegangen am 12. Marz 1960)

Achillea ist eine sehr artenreiche Gattung. Ihre Vertreter finden sich in den ge-mal3igten Zonen der ganzen Welt, wobei man einzelne in den Alpen noch in Hohen uber 3000 m antrifft. Fur das Studium alkaloidischer Achilles-Inhaltsstoffe standen uns drei Arten zur Verfiigung: Achillea millefolium L., A. moschata Wulf. und A. atrata L.*). Die Achillea millefolium, die gemeine Schafgarbe, ist ein aul3erordentlich verbreitetes Wiesenunkraut, wachst aber nur in Niederungen und im Flachland. Die A. moschata Wulf. tritt seltener auf. Sie kommt auf den Hohen der alpinen Urgesteinszonen vor, gedeiht aber nicht auf Kalkboden oder im Tal. Die A. atrata L. dagegen ist in den Kalkalpen haufig anzutreffen.

Achillea millefolium L. Die A. millefolium L. ist schon seit alters her in medizinischer Verwendung und ist auch heute noch in der Volksmedizin eine der meist gebrauchten Drogen. In einer kiirzlich veroffentlichten Arbeit konnten wir zeigen, dal3 die Hauptbase aus A. millefolium L., das in der Fachliteratur immer wieder zitierte Achillein, rnit den1 Betonicin (linksdrehende Form des L-l-Methyl-4-hydroxypyrrolidin-2-carbonsauremethylbetain) identisch istl). Neben diesem Alkaloid enthalt die Droge noch eine Reihe weiterer Basen**), die wir nun ebenfalls getrennt haben und zum Teil als bekannte Verbindungen charakterisieren konnten. Interessant war auch die Abtrennung einer schwefelhaltigen Substanz, die wir allerdings aus Materialmangel bisher nicht naher untersucht haben. Zur lsolierung der Basen wurde die Droge mit Alkohol extrahiert, die Losung eingedampft und der Abdampfriickstand rnit Wasser mehrmals behandelt. Dadurch blieben die fettartigen Extraktionsbestandteile ungelost. Die wal3rige Losung wurde eingedampft und der trockene Ruckstand zur Abtrennung der Alkaloide von den Zuckern und anorganischen Salzen mehrmals in der Warme mit abs. Alkohol behandelt. Die so nach Verdampfen des Alkohols gewonnenen Rohbasen waren noch mit dunkel gefarbten Substanzen verunreinigt und konnten nicht zur Kristallisation gebracht, werden. Zur Abtrennung der einzelnen Basen aus dieser angereicherten Fraktion filtrierten wir deren wal3rige Losung durch Saulen, die rnit dem stark sauren Ionenaustauscher Lewatit, S 100 beschickt waren. Dabei wurden die Basen festgehalten, wahrend betrachtliche Mengen dunkel gefarbter Verunreinigungen *) Nonienklatur nach Catalogus florae austriae. * *) Es handelt sich im allgemeinen um Betaine, die in der Folge mit anderrn N-haltigen 1-mbindungen kurz als ,,Basen" bezeiohnet werden sollen. l) X. Pailer nnd W . 0. Kump, Mh. Chem. 90, 396 (1939). *) Cnter Rohharz sol1 in der Folge immer das nach Anreicherung uber die Austauscher erhaltene Gesamtbasengemisch verstanden werden.


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