Über die flammenlose Zersetzung des Celluloids
✍ Scribed by Alfred Panzer
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1909
- Tongue
- English
- Weight
- 816 KB
- Volume
- 22
- Category
- Article
- ISSN
- 0044-8249
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✦ Synopsis
Heft 38yit. g%$fir 1w9] Panzer: Uber die flammenlose Zersetz-g des Celluloids. 1831 Uber die flammenlose Zersetzung des Celluloids.
I. Mitteilung.
V o n ALFRED PAX'ZER.
(Aus dem Laboratorium fur anorganische Chemie an der K. K. technischen Hochschule in Wien.) Eingeg. 17.17. 1909 Es ist die Tatsache oft bemerkt worden, daB bei Celluloidbranden haufig auBerst heftige Explosionen auftreten.
W i 1 1 1) fiihrt hierzu in seiner Abhandlung:
,,Untersuchungen iiber Celluloid". einige Beispiele an. ,,Wahrend des Brandes in den K 1 e y e r schen Adler-Fahrradwerken in Frankfurt wurden unter donnerahnlichem Gerausch Teile von Mauern hinausgedriickt und Fenster nach zwei Seiten 100 m weit geschleudert. Der von der Versicherungsgesellschaft hinzugezogene Sachverstindige hat die Meinung geaubert, da13 aus dem in Selbstzersetzung begriffenen Celluloid plotzlich massenhaft Dampfe und Gase entstanden seien, welche sich in dem geschlossenen Raume mit der darin enthaltenen Luft vermischten, wodurch ein explosibles Gemenge entstand, welches, durch irgendeine Ursache entziindet, ahnlich wie bei einer Leuchtgasexplosion explodierte. Hierher gehijrt auch das Vorkommnis in Paris im Februar des Jahres 1904. Diesem Celluloidbrande ging eine Explosion voraus, welche auf die Entwicklung von Dampfen aus frischem Celluloid zuriickgefiihrt wird." Eine teilweise Erklarung fur diese Explosionen bietet sich in dem eigentiimlichen Verhalten des Celluloids.
Ziindet man eine Celluloidstange an, so daB sie mit lebhafter Flamme brennt, und blast man dann diese aus, so zeigt sich, daB trotzdem die Zersetzung des Celluloids unter der Bildung von unangenehm riechenden und leicht entziindbaren Dampfen weiter fortschreitet. Diese Zersetzung hart auch dann nicht auf, wenn die Stange in Kohlensaure oder Wasserdampf gebracht wird. Der Vorgang ist daher unabKangig von dem Sauerstoff der Atmospharealso eine innere Verbrennung.
Da das Celluloid aus einer stark exothermen Verbindungder nitrierten Celluloseund einem destillierbaren und bei der Zersetzung endothermen Korper -dem Campherhergestellt wird, ist die erstere ohne Zweifel das Material, welches die zum Fortschreiten dieser Reaktion notwendige Warme liefert. Uber die Rolle, welche dabei der Campher spielt, gibt uns der ausgefuhrte Versuch aber noch gar keinen AufschluB.
Wie schon erwahnt wurde, sind die sich bildenden Dampfe leicht brennbar. Sie miissen daher,mit Luft im richtigen Verhaunisse gemischt, ein explodierbares Gemenge geben. Es ist naheliegend, daB die geschilderte flammenlose Zersetzung demnach die indirekte Ursache der bei den Celluloidbriinden auftretenden Gasexplosionen ist. 1) W. W i 11, Untersuchungen iiber Celluloid, diese Z. 19, 1378 (1906). Uber den in Rede stehenden Vorgang finden sich in der Literatur nur sehr wenige Angaben. W i 11 2) verbrannte je 1 g Celluloid in einer luftleer gemachten eisernen Bombe von 15 ccm innerem Volumen durch Vermittlung eines durch den elektrischen Strom gliihend gemachten Drahtes und fand fiir das dabei entstandene Gas folgende Zusammensetzung in Volumprozenten: Celluloid Nr. 08) Nr.2 Nr.3 N,: 6
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