𝔖 Bobbio Scriptorium
✦   LIBER   ✦

Über die Ergebnisse der Steinkohlenteerforschung der letzten 30 Jahre

✍ Scribed by Dr. O. Kruber


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1940
Tongue
English
Weight
969 KB
Volume
53
Category
Article
ISSN
0044-8249

No coin nor oath required. For personal study only.

✦ Synopsis


W i s s e n s c h a f t l i c h e s L a b o r a t o r i u m der G e s e l l s c h a f t

f u r Tserverwertung m. b . H . i n D u a s b u r g -M e i d e r i c h ie schon gegen Ende des vorigen Jahrhunderts, so gibt w es auch heute noch in den Teerdestillationen zur Herstellung von reinen Stoffen im FabrikationsmaRstabe auljer dem Benzolbetrieb und seinen Nebenanlagen den Naphthalinund den Anthracenbetrieb, ferner den Carbolsiiurebetrieb. Neue Betriebe sind in der Zwischenzeit nicht erstanden. Das bedeutet, a d e r Benzol, Toluol und Pyridin, Naphthalin und Anthracen, Phenol und o-Kresol, sowie, seit einigen Jahrzehnten in noch recht kleinem Umfange, Carbazol und Acenaphthen, werden groBtechnisch nach wie vor reine Stoffe aus dem Steinkohlenteer nicht abgeschieden und gewonnen. Nach den grundlegenden Arbeiten von Krdmer und Spilker und noch Llteren Forschern kannte man den Steinkohlenteer so weit zur Geniige, urn voraussagen zu konnen, daB der weiteren Teererforschung grol3technische Erfolge schwerlich beschieden sein wiirden. SO e r k l L r t es sich, daB Arbeiten iiber die Zusammensetzung des Steinkohlenteers und seiner einzelnen Fraktionen weiterhin nur in wenigen Laboratorien ausgefiihrt wurden. Diese Forschungsrichtung m d t e , ganz praktisch gesehen, ein reines ,,Verlustgesch&ft" bleiben, und daher kommt es wohl auch, daB man sich bei den aderdeutschen Steinkohlenteer-GroBerzeugern in England und Amerika um die weitere Aufkliirung der Zusammensetzung des Teers nicht kiimmerte. Die Steinkohlenteerforschung deT letzten Jahrzehnte ist, bis auf wenige Ausnahmefiille, eine deutsche Angelegenheit geblieben. Auch in Deutschland stehen, das ist nach dem schon Gesagten nicht anders zu m a r t e n , Wissenschaft und Technik des Steinkohlenteers einander ofters recht fremd gegenuber . Daher kann man auch manchmal im Kreise von Teerfachleuten Unkenntnis iiber die niihere Zusammensetzung dieses Rohstoffes begegnen, welcher in Deutschland im verflossenen Jahre in einer 2 Mi0 t ubersteigenden Menge erzeugt wurde und auf dessen Auswertung ein wesentlicher Teil der organisch-chemischen GroBindustrie Deutschlands aufgebaut ist. Bis vor 30 Jahren waren, es kann da an ehen von M. Weger (1) im Jahre 1909 in diem Zeitschrift gegebenen Bericht angekniipft werden, mit Sicherheit etwa 90 Einzelstoffe des Steinkohlenteers aus allen seinen Fraktionen nachgewiesen worden, vom Benzolvorlauf angef angen, iiber das Leicht-, Mittel-, Schwer-und Anthracenol hinweg bis in den Destillationsriickstand, das Pech, hinein. Bei der ungeheuer grokn Anzahl von Verbindungen, welche den Teer zusammensetzen, man kann sie auf vide hundert, vielleicht auch ein paar tausend schltzen, waren doch ganze kaktionen, und zwar gerade oft in technischer Hinsicht sehr wichtige, in ihrer Zusammensetzung noch ganz unbekannt geblieben. Man wul3te z. B. nur sehr wenig ubex die Beschaffenheit der sog. ,,technischen ole", der Diesel-, Heizund Waschole, welche im Siedepunkt auf die grolltenteils feste Naphthalinfraktion folgen und den praktisch all& ganz fliissigen Teil des Steixikohlenteers bilden. Die leicht verharzbaren Bestandteile dieser Fraktionen waren ebenfalls noch ganz unbekannt geblieben, zum grokn Ted auch ihre basischen und sauren Stoffe. Die Klasse der Phenole war bis auf die untersten Glieder der Reihe noch unerforscht und ist es zum Teil auch jetzt noch. In der mengenmafiig bedeutendsten Fraktion des Steinkohlenteers, dem Anthracenol, war aul3er den Grundstoffen Anthracen, Phenanthren und Carbazol nur noch das Acridin und das p-Methyl-anthracen bekannt, iiber weitere Kohlenwasserstoffe sowie iiber. Phenole und Basen dieser Fraktion herrschte Unklarheit. Tfber die in allen Steinkohlenteerfraktionen enthaltenen organischen Schwefelkorper war seit der Adfindung des Thiophens in den 8Oer Jahren iiberhaupt nichts mehr bekanntgeworden. Das iiber die Halfte


📜 SIMILAR VOLUMES


Über neue wichtige Arzneimittel der letz
✍ Dr. J. Messner 📂 Article 📅 1919 🏛 John Wiley and Sons 🌐 English ⚖ 708 KB

Zeitschrift fi;ir angewandte Chemie Band I, S. 381-388 I Aufsatzteil I 23. Dezember 1919 Uber neue wichtige Arzneimittel der letzten 4 Jahre. Von Dr. J. MESSNER. (Vortrag, gehalten in der medizlnisch.pharmazeutischen Fachgruppe des Vereins deutscher Chemiker am G. September d. J. in WUrzburp.) Das