Über die Einwirkung von Stickstofftetroxyd auf Kautschuk
✍ Scribed by Emden, Friedrich
- Publisher
- Wiley (John Wiley & Sons)
- Year
- 1925
- Weight
- 450 KB
- Volume
- 58
- Category
- Article
- ISSN
- 0365-9631
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✦ Synopsis
dber die Einwirkung von Stickstofftetroxyd auf Kautschuk.
[ Aus d. Wissenschaftl. Laborat. d. Runge-Werke-A.-G., Spandau.] (Eingegangen am 2. Oktober 1925.) Vor nunmehr 23 Jahren veroffentlichte C. 0. W e b e r l ) in dieserx ,,Berichten" seine Versuche iiber die Einwirkung von S t i c k s t o f f d i o x y d auf K a u t s c h u k . Das hierbei erhaltene N i t r o s a t SOU eine ,,sehr zerreibliche, vollig imorphe Masse von stumpf-braunlichgelber Farbe" sein, die sich auflerordentlich leicht, schon in der K a t e , in Aceton zu einer tiefbraunen Losung auflost. F i s wird nur eine einzige, gut mit den arechneten Werten fur die Formel CloHl,O,N, iibereinstimmende Analyse mitgeteilt. Dieser ,,Dinitro-kautschuk", wie ihn W e b e r genannt hat, ware hiernach als ein einfaches Produkt der Anlagerung von Stickstoffdioxyd an das Kautschuk-Molekiil aufzufassen.
Bei Nachpriifung der Weberschen Angaben ist H a r r i e s 2 ) zu abweichenden Ergebnissen gekommen, was ihn veranlaate, das Verhalten des Stickstoffdioxyds gegen Kautschuk systematisch zu untersuchen. Er berichtet dariiber Folgendes : Filtriert man den Niederschlag, der sich beim Einleiten von NO, in Kautschuk-Losung bildet, sofort ab, so erhalt man ein gelbes, in Aceton ,,fast ganz" unlijsliches Pulver, welches sich schon bei goo zu zersetzen beginnt. Bei der Analyse konnte H a r r i e s keine konstanten Werte erhalten, doch glaubte er, da13 in diesem Produkt noch am ehesten ein normales Nitrosat der Formel CloH,,0,N2 vorliegen konnte.
Die (beste!) Analyse teilt er mit: H a r r i e s beobachtete ferner, da13 dieses zunachst in Aceton unlosliche Produkt al1mahl;ch darin loslich wird, wenn man die Reaktionsmasse nach dern Einleiten des NO, bei gewohnlicher Temperatur stehen 1a13t. Bei erschopfender Behandlung mit NO, entsteht schlieI3lich ein dem N i t r o s i t c3) sehr ahnliches Produkt. Auch P. Alexander4) priifte an einem gro13eren Versuchsmaterial die Angaben W e b e r s nach. Er lie13 auf 26 Kautschuk-Sorten NO, genau nach W e b e r s Vorschrift einwirken und analysierte die entstandenen Nitrosate. Aus den Analysen geht mit Sicherheit hervor, daI3 nach den Angaben lkr e b e r s weder Nitrosate von der Zusammensetzung C1,H1,O,N,, noch iiberhaupt konstant zusammengesetzte Produkte erhalten werden konnten. Im allgemeinen zeigen die ermittelten Analysenzahlen eine weit gro13ere Annaherung an die Zahlen des Harriesschen Nitrosits c. In diesem Zusammenhang sei auch auf die Arbeit von G. F e n d l e d ) vermiesen, der ebenfalls keine konstant zusammengesetzten Nitrosate nach der Methode von W e b e r erhalten konnte.
Wenn auch den oben erwiihnten hrbeiten zufolge die Existenz des Weberschen ,,Dinitro-kautschuks" sehr zweifelhaft geworden ist, so gelang es doch bisher nicht, bei der Einwirkung von NO2 auf Kautschuk ein anderes Nitrosat von konst.anter Zusammensetzung zu erhalten. Auch in Ber. C 52.6, H 7.0, N 12.71. Gef. C 49.5, H 6.3, N 11.84. 1) C . 0. W e b e r , B. 35, 1947 [rgoz]. 8 ) C. H a r r i e s , B. 34, 2991 [ I ~o I ] . 36, 3256 [I902]. 4) P. A l e x a n d e r , R. 38, I S I [rg05].
g, C. H a r r i e s , B. 38, 87 [Ig05].
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