𝔖 Bobbio Scriptorium
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Über die Doppeldissoziation quartärer Ammoniumverbindungen und eine bequeme Synthese des Jod-acetonitrils

✍ Scribed by v. Braun, J.


Publisher
Wiley (John Wiley & Sons)
Year
1908
Weight
764 KB
Volume
41
Category
Article
ISSN
0365-9631

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✦ Synopsis


In einer der vorhergehenden Mitteilungen habe ich die auffallende Tatsache mitgeteilt, da13 aich Dimethylanilin und Broniacetonitril bei weniq erhiihter Temperatur nicht zu Dimethyl-cyanomethyl-pheoyl-ammoniumbroniid, sondern zuPhenyl-trimethyl-amnioniurnbromid umsetzen,und dnlJ sich andere aromatische, tertiare Amine ahnlich verhalten. Die Aufkliruug der hierbei stattfindenden, scheinbar komplizierten Reaktion (bei welcher auch unverindertes Bromacetonitril und (fyanoniethylmethylnnilin niiftreten) wwllte mir nicht recht glucken, so lange ich in der Reiha clcr gebromten Verbindungen blieb, es gelang inir aber, einen genaitrn Kinblick in die Verhaltnisse zii gewinoeu, subald ich ziim Jotlacetoiiitril uberging, welches reaktionsfahiger ist und ein Arbeiten bei tiet'rrer Temperatur gestattet. Dabei zeigte sich namlich, daB die Ilraktion init Dimet.hylitnilin, die bei Wasserbadtemperatur gennu so, n ir brim Brornacetnnitril verlluft, beim 1-orsichtigen Arbeiten in der Kalte ziim direkten Additionsprodukt der Komponenten fiihrt, das sicli tieini Erwiirinen schnell und clunntitativ nnch der (;leichung 1CsHs.R'(CH1)1(C'H,CN).J =T C,,Hs.N(CHa)3.J + .l.CHt,C:S + Cs H s .N (CHn).(lHs .CS elialtet. Alan hat es hier offenbar mit einer priiriaren D o y p e l d i s s c iz i a t i o n des Additionsproduktes in die vier Spaltungsstucke: CGHj . X (CHp)z+ J. CH2. CN, CS H5.N (CH,). C& . CN+ J CHS und der onchfolgenden Vereinigung des ersten und vierten unter ihnen z u tiin, iintl daraus geht hervor, da13 die beim Bromacetonitril beobachtete Reaktiorr i n IVirklichkeit wohl unzweifelbaft in drei Phasen (Bildung 'deu 1111bestiindigen Additionsproduktes, dessen Zerfall in Tier Brucbstiickc lint1 der Vereinigung zmeier unter ihnen) besteht. -Da13 eine orgnuiwhe Animoniumverbindung bei ihrer thermischen Dissozintion in verschiedener Weise zu zerfallen vermag, ist eine nanientlich oft fiir Hydrosylvehindungen, seltener fiir Halogenverbindungen beobachtete l'atsnche, fiir die sich in der Literatur sowohl indirekte Hinweise') nls aiich I) So z. B. ist die von Stltdel (diese Berichte 19,1947 [1886J) nachgewieseno Uniwandlung von bromwasserstoffsaurem Dimethylanilin bei 1500 in bromwasserstoffsaures Methylanilin und Trimethylpbenylammoniumbromid priniiir soh1 unrweifelhaft auf eine Spaltuog iii C(&.N!CH& + H Br und Cs&.NFf.CH:. + CIIJ Br zuriickzukhren. I) Diese Berichte 13, 841 [1880].