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Über die Biosynthese von Vitamin B1und Cocarboxylase durch Mikroorganismen

✍ Scribed by Fink, Hermann ;Just, Felix ;Hock, Andreas


Publisher
Wiley (John Wiley & Sons)
Year
1942
Weight
557 KB
Volume
75
Category
Article
ISSN
0365-9631

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✦ Synopsis


  1. Hermann Fink, Felix Just und Andreas Hock: uber die Biosynthese von Vitamin B, und Cocarboxylase durch Mikroorganismen* ) . Y :Aus d . Institut fiir Garungsgewerbe 11. Starkefabrikation d . Universitat Berlin.] (Eingegangen a m 3. Januar 1943.) Die Wirkungen des Vitamins B, und der beiden sein Molekul aufbauenden Komponenten auf niedere Organismen sind vielfach studiert worden. Wahrend man dabei meist den EinfluB auf Wachstum oder Stoffwechsel untersuchte, ist die Frage, ob durch Mikroorganismen das Aneurinrnolekiil aus dern Thiazolund Pyrimidin-Spaltstiick aufgebaut werden kann, bisher in keinem Falle unmittelbar bewiesen worden.

So wachst der Pilz Phycomyces blacesleanus auch bei gleichzeitigein Angebot der Thiazol-und Pyriniidin-Komponente ebenso gut wie bei Zusatz aquivalenter Mengen von Aneurin. Der Nachweis von biosynthetischem Vitamin B, fie1 aber sowohl ini Rattentest als auch mittelsThiochromreaktion negativ am1). Dagegen ist der Vollzug dieser Synthese durch den tierischen Organisnius nicht mehr zweifelhaft z, 3, 4, 5), worauf spater nochmals eingegangen wird.

Als wir diese Frage im Rahmen unsererversuche iiber denvitamin-B,-Gehalt verschiedener Hefen und seine Beeinflussung6) ' ) *) 9, lo) bearbeiteten, fanden wir vor kurzem") 12) die sehr glatt verlaufende Biosynthese, genauer gesagt, Teilbiosynthese, des Vitamins B, bzw. seines Pyrophosphats, der Cocarb-.oxylase, mittels verschiedener Garungserreger. Gibt man namlich die Thiazol-Komponente 4-Methyl-5-oxathyl-thiazol und die Pyriniidin-Koniponente 2-Methyl-4-amino-5-oxymethyl-pyrimidin in aquivalenter Menge zu garender Torulahefe, so entsteht, wenn man bestimmte Bedingungen beachtet, in fast 100-proz. Ausbeute Vitamin B, (Aneurin). Dieses findet sich im allgenieinen aber nicht in der umgehenden Kulturfliissigkeit, sondern wird fast restlos von der Hefe aufgenornnien und zum groBten 'I'eil an Phosphorsaure gebunden als Cocarboxylase in die Zelle eingebaut. AulJer der l'erkniipfung der Teilstiicke erfolgt also auch noch die Speicherung und Phosphorylierung auf niikrobiologischeni Wege. Man kann auf diese lVeise Hefen niit gewaltig gesteigertem Vitaniiii-B,-Gehalt von 1000 y in 1 g Trockensubstanz und mehr erzielen. Solche Hefen haben gegeniiber den iiblichen ails Holzzucker oder Sulfitablaugen industriell gewonnenen Torulahefen niit ihrem meist ziemlich gleichliegendem,


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