Über das Vorkommen von Thiobacterium bovista in Thermalwässern On the Habitat of Thiobacterium bovista in Thermal Waters
✍ Scribed by Prof. Dr. F. Scheminzky; Prof. Dr. Z. Klas; Prof. Dr. C. Job
- Publisher
- John Wiley and Sons
- Year
- 1972
- Tongue
- English
- Weight
- 884 KB
- Volume
- 57
- Category
- Article
- ISSN
- 1434-2944
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✦ Synopsis
813
MOLISCH (1912) hatte blasenformige Kolonien von Schwefel oxidierenden Bakterien im faulenden Seewasser des Hafens von Triest aufgefunden und als Bacterium bovista beschrieben. JANKE (1924) nahm diese Spezies dann in die von ihm neu aufgestellte Familie der Thiobacteriaceae unter dem Gattungsnamen Thiobacterium MOLISCH auf. Entsprechend wird sie bei BERGEY (1957) als ,, Thiobacterium bovista (MOLISCH, 1912) JANKE 1924" aufgefuhrt. Seit der Beobachtung von MOLISCH sind zuniichst weitere Fundstellen nicht bekannt geworden. Erst 1967 haben VOUK, KLAS und SCHEMINZKY den gleichen Mikroorganismus in gallertigen Absiitzen einiger Austritte der Gasteiner Thermalquellen beschrieben. Ein Jahr spater brachte C. JOB von der Source Abandonnee der Thermes romains von AmBlie-Les-Bains eine lockere gallertige und weiBliche flockige Masse mit, welche von KLAS und SCHEMINZKY ebenfalls als Kolonien vom Thiobacterium bovista erkannt wurden. Es sind somit, bis heute drei Fundstellen fur dieses Schwefelbakterium bekannt, von denen bemerkenswerterweise zwei im Bereich von Thermalquellen liegen. I m folgenden sollen nach kurzer Beschreibung der Vorkommen von Badgastein einige neuere Beobachtungen fur diesen Fundort gemacht und dann ein Bericht uber die franzosischen Vorkommen gegeben werden. 1. Thiobacterium bovista v o n den T h e r m a l q u e l l e n i n B a d g a s t e i n An einigen Austritten der Thermalquellen von Badgastein/Salzburg, vorwiegend an den freien Rieseln aus Fels im Stollen der Quelle I-Franz-Joseph-Quelle, kommt es zur Abscheidung eines weiB-grauen gallertigen, z. T. porzellanfarbigen Quellabsatzes, welcher nach DITTLER und ABRAHAMCZIK (1938) neben reichlich Kieselsiiure und Aluminiumoxid auch einen sehr betriichtlichen Gehalt an organischer Substanz aufweist. Mikroskopische Untersuchungen am Forschungs-_ _ ~ ~~l ) Mitt. Nr. 378 55 Internationale ReTue, Bd. 57, H. 5 F. SCHEMINZKY, Z. KLAS und C. JOB institut Gastein zeigten ein reiches Vorkommen von Mikroorganismen in diesem als eine Art von Kaolin-Gel angesprochenen Quellabsatz. VOUK, KLAS und SCHEMINZKY (1967) sahen schon bei schwacher bis mittlerer VergroBerung, daB die gegenstandliche Gallerte sich aus blasenformigen Gebilden aufbaut (Abb. 1)1), in deren Wand mehr oder weniger dicht stabchenformige, Abb. 1. Blasenformig wachsende Kolonien von Thiobacterium bovista aus dem Allophan-Schwefel-Hydrogel des Thermalwasseraustrittes 1/27 von Radgastein. Die schwarzen Piinktchen stellen die Schwefelbakterien mit ihren Schwefeltropfchen im Zellinneren dar.
AbbildungsmaBstab 165: 1