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Über das Schmelzen und Sieden von Ammoniumsulfat

✍ Scribed by Professor Dr. Jänecke


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1920
Tongue
English
Weight
560 KB
Volume
33
Category
Article
ISSN
0044-8249

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✦ Synopsis


Jtinecke: Ober das Schmelzen und Sieden von Ammoniumsulfat angewandte Chemie erscheint eine weitgehende Erleichterung der Faserstoffnot durch die Nessel ausgeschlossen und es hat keinen Sinn, a, n einer solchen Hoffnung immer noch festzuhalten. Ganz anders lie& die Sache, wenn man die Nessel gewissermaBen daB bei ulls die kulturmiiBig angebaute Nessel als Faserpflanze Berechtigung erlangt, wenigstens solange man nicht faserreichere Pflanzen zu ziichten und die ganze Wachstumsfrage der Nessel noch viel besser zu beherrschen lernt. Auf der botanischen Seite miissen jedenfalls noch jahrelange Zuchtungsversuche abgewartet werden, deren Erfolg in keiner Weise sichergestellt ist. Die wildwachsende Nessel zu sammeln, zu trocknen und in AufschlieBungsfabriken in groBem MaBstab aufzubereiten, hat sich aus:verschiedenen Griinden als nicht durchf5hrbar erwiesen (Transportschwierigkeiten, Un-gleichmaBigkeit des Materials, Tnsicherheit der Quanten). Demnach beim Schutteln giinzlich von der Bastfaserschicht entblodt wird, die Fasern einzeln sicbtbar werden und sich zusamnienballen. [A. 150.1 auf die Halfte zu vermindern, aher man mu13 d a m den Nachteil in den Kauf nehmen, daB die Faser staubig wird.

Bisher hatten wir nun die gerosteten Stengel naB aufgearbeitet und versucht, die Fasern von den Holzstenpeln zu trennen. Hierbei war eben der oben cnter 1 genannte Fehler einpetreten, indem ein unentwirrbares Gewolle von Fasern entstand. Wenn wir aber statt dessen die fertig gerosteten Stengel trocknen und dann ahnlich wie Flachs oder Hanf brwhen, s o e r h a l t e n w i r w e i t a u s d i e m e j s t e n F a s e r n i n i h r e r u r s p r i i n g l i c h e n p a r a l l e l e n L a-q e. Wir gewinnen auf diese Weise zwar keine reinweiqe Faser, sondern eine griinlichgrauc, diese hat aber den Vorteil, dal3 sie infolge der ihr noch anhaftenden Reste von eingetrocknetem Pflanzenschleim f u r d i e N a B s p i n n e r e i g e e i gn e t i s t . AuBerdem ist auf diesem Weg eine sehr gute Ausbeute zu erzielen. Es ist wohl kein Zweifel mehr dariiber, daB bei den Verfahren, die mit alkalischen Laugen unter Druck arbeiten, ein erheblicher Verlust an Zellstoff eintritt.

Wir erhalten aus 100 Teilen lufttrockenen Nesselstengeln 81,5 Teile gerostete, getrocknete Stengel, daraus 8,15 Teile Rohfaser. Von dieser wird man bis zur Reinfaser, die aber wie beim Flachs erst durch n a c h dem Verspinnen oder Verweben erfolgendes Bauchen und Bleichen hergestellt wird, noch mit einem Verlust von 30-35% zu rechnen haben, so daB also die Reinfaserausbeute auf etwa 5,5?6 anzunehmen ist.

Der Gang ware also folrrender: die wildals ,,Gelegenheitsfaier" betrachtet und versucht, es da6in zu bringen, daB dem kleinen Manne die Moglichkeit gegeben wird, die Nesselfaser selbst herzustellen, so daB sie als Rohfaser entweder vom Rocken im Hause versponnen oder an Spinnereien abgeliefert und von diesen bezahlt oder durch Fertigware vergutet werden kann.


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