Über das Flügelpigment der Kohlweißlinge. III
✍ Scribed by Wieland, Heinrich ;Kotzschmar, Arnold
- Book ID
- 102897934
- Publisher
- Wiley (John Wiley & Sons)
- Year
- 1937
- Weight
- 660 KB
- Volume
- 530
- Category
- Article
- ISSN
- 0074-4617
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✦ Synopsis
ber das Fliigelpigment der KohlweiBlinge. 111;
von Heinrich Wieland und Arnold Kotzschmar '). [Aus dem Chem. Laboratorium der Bayer. Akademie der Wissenschaften zu Miinchen.] (Eingelaufen am 11. Juni 1937.) Da keine Aussicht besteht, die fur einen erfolgreichen AbschluD der Untersuchung notwendige Menge von Kohl-weiDlingen zu erhalten, berichten wir iiber die Beobachtungen, die bei der Bufarbeitung der letzten Reste des uns noch zur Verfugung stehenden Materials gemacht worden sind. Wir waren in der letzten Mitteilung') fur das weiDe Fliigelpigment der Pieriden, das Leukopterin, zu einer Formel C,,H,,0,,N,5 gekommen und hatten u. a. gefunden, daD die charakteristische Reaktion der HarnsLure, mit Chlor bei Gegenwart von Wasser und Methylalkohol unter Bildung eines Glycols bzw. eines Glycol-dimethylathers zu reagieren, beim Leukopterin in 3-facher Auflage vor sich geht. L)a aus den so entstandenen Produkten durch Hydrolyse 3 Mole Guanidin abgespalten werden konnen, nahmen wir an, daD im Leukopterin 3 Imino-pyrimidinringe von der 9 r t wie man sie beim Guanin kennt, enthalten seien. Die nachste Aufgabe war nun, den hydrolytischen Abbau, der bisher im wesentlichen nur zu kleinen Bruchstucken gefiihrt hatte, unter schonenden Bedingungen so zu gestalten, daD die Rtufenweise Ablosung der einzelnen Bestandteile einen Einblick in den Verband der zahlreichen Ringe gewahrte. Es galt also znerst einmal die Spaltungsreaktion in einer fruhen Phase aufzuhalten. Dieses Ziel ist bis zu einem gewissen Grade erreicht worden. Wir haben aus den oben angefuhrten Glycolderivaten drei gut definierte Substanzen mit 15, 14 und 13 Kohlenstoffatomen gewonnen, die aber zu einer weiteren I) Dissertation Miinchen 1936. f, W i e l a n d , M e t z g e r , S c h o p f u. B i i l o w , A.607, 226 (1933).
Wieland und K o t z s c h m a r , cber das Auyelpigment usw. 153
Aussage iiber die Konstitution des Leukopterins noch keine sichere Unterlage geben. Wir verzichten daher auf jede Diskussion und beschranken uns auf die Wiedergabe des Versuc hsmaterials.
Gleichzeitig haben wir uns mit dem Wachs, einem schon friiher erwahnten, in Wasser loslichen grunen Farbstoff und einer wasserloslichen pterinartigen Substanz der Pieridenfliigel I) beschaftigt.
D i e h y d r o l y ti s c h e S p a 1 t u n g vo n L e u k o p t e r i n -t r i g1 y c 01. Das Triglycol C,,H,,O,,N,, ist das Einwirkungsprodnkt von Chlorwasser anf Leukopterin. Es ist bestandig gegen kochendes Kasser, aus dem es sich gut umkrystallisieren lafit. Dagegen wird es durch iiberschiissiges Alkalizur Neutralisation werden 3 Aqnivalente verbrauchtschon in der Kalte abgebaut. J e nach den Bedingungen werden 2-4 Mole CO, abgespalten, aber keine OxalsLure. Der Hauptbestandteil der Molekel hleibt erhalten. I n 40-50 Proc. vom Gewicht des Ansgangsmaterials kann man eine kyrstallisierte Verbindung C,4fi18013Nlo gewinnen, die sich nicht scharf als drei-basische Saure titriert, die aber gleichzeitig ein schon krystallisiertes Chlorhydrat bildet, also auch schwach basischen Charakter besitzt. Wenn man die friiher fur Leukopterin als moglich angefuhrten Formeln (a. a. O., S. 238) betrachtet, konnte man daran denken, daS bei der alkalischen Spaltnng des Triglycols einer der drei dort angenommenen Purinringe abgespalten sei. Erhitzt man die Slure C,, eine Zeitlang mit verdunntem Alkali auf etwa 90°, so zerfallt sie zum groaten Teil in kleine Bruchstiicke. Es wurden 6 Mole NH,, 3 Mole CO, und 3 Mole Oxalsaure bestimmt. Aussichtsreicher erscheint der weitere Abbau der Saure C,, durch Salzsaure. Wenn man vorsichtig zu Werke geht, gelingt es, eine weitere Saure zu erhalten, die mit der Formel C,,Hl80,,N,, um CO, armer ist als die Saure Cl,. Diese Saure C,, titriert sich nur ein-basisch. I) Vgl. Dissertation von A. Kotzechmar.
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