𝔖 Bobbio Scriptorium
✦   LIBER   ✦

Über das Aufziehen von sauren Wollfarbstoffen des Orange II-Typus. (I. Mitteilung über Färbevorgänge)

✍ Scribed by Paul Ruggli; Albert Fischli


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1924
Tongue
German
Weight
726 KB
Volume
7
Category
Article
ISSN
0018-019X

No coin nor oath required. For personal study only.

✦ Synopsis


Wenn uber das Wesen der Farbeproxesse auch heute noch verschiedenartige Neinungen einander entgegenst,ehen, so liegt dies in erster Linie daran, dass diese Vorgange nicht einheitliali zu erklaren sind, indem eine ganze Reihe von Faktoren mitwirkt, deren Einflusse schwer auseinanderzuhalten sind, da sie k : h auch im Einzelfall gegenseitig iiberlagern konnen. Ferner sind unsere Kenntnisse uber die Textilfasern noch recht luckenhaft, und doch spielt gerade das Fasermaterial eine grundlegende Iblle. So verhiilt sich der auf Textilfasern fixierte Farbstoff oft anders als der feste oder gcloste; weiterhin kann nicht nur die Waschechtheit, sondern auch die Lichtechtheit eines bestimmten Farbstoffes auf verschiedenen Fasern eine recht abweichende sein, was auf verschiedenartige Bindungsverhaltnisse schliesscn Bsst.

Wir konnen die Parbevorgange in einfache und zusammengesetate eintrilen. Wahrend die z u s a m m e n g e s e t z t e n Parbevorgange (mit Beizen-, Schwefel-, Kiipnund ,,auf der Faser crzeugt'en'' Farbstoffen) aus niehreren getrennt zu untersuchenden Operationen bestehen, erscheinen die einf a c h e n Farbevorgilnge eben wegen ilirer (scheinbaren) Einfa-chheit besonders instruktiv. Von dieser letzteren Art existieren allerdings nur drei PBlle: same Farbstoffe auf Wolle, basische Farbstoffe auf Wolle und substantive Farbstoffe auf Baumwolle (und eventuell Wolle).

Zahlreiche Arbeiten vewahiedener Forscher haben zur Aufklarung der Farbevorgilnge beigetragen: ihre A4nschnuungen iiber die Art der Bindung des Farbstoffes an die Testilfaser lassen sich in folgenden Begriffen zusammenfassen: chemische Bindung, kolloide Adsorption (Oterflachenspannung), feste Liisung, Ausgleich elektrischer Ladungen, Loslichkeit resp. Loslichkeitserschwerung wahrend des Farbens. Auch liesse sich die ,,mechanische Koagulation"2) noch heraneiehen, welche darin besteht, dass eine kolloide Losung durch Einfiihren eines rauhen Korpers zur Koagulation gebrarht wird. Die genannten Regriffe hilden keine Gegensktze, sondern gehen zum Teil in einander iiber. 1) Der Begriff ,,Aufziehen" ist hier in1 Sinne des Filrbers gemeint, also gleichbedeutend mit Anfarben. 2, Vergl. R. B. G. Niegner, Koll. Z. 30, 145 (1922).

  1. I n manchen Fallen lasst man daher die Wolle in der Farbflotte erkalten.

📜 SIMILAR VOLUMES


Über die analytische Bestimmung von Farb
✍ Paul Ruggli; Albert Fischli 📂 Article 📅 1924 🏛 John Wiley and Sons 🌐 German ⚖ 480 KB

Die nur rnit den Bquivalenten Mengen Schwefelsiiure versetzten Farbstoffe gaben folgende prozentische ITTerte fur das Aufziehen : Farbstof f I 11 I11 IV v V1 VII VIII IX l ) Vergl. auch L. Pelet-Jolivet, die Theorie des Fiirbeprosesses, S. 46 (Dresden 1910). 2) Bei gelben Farbstoffen kann man besti