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Über aktivierte Ester, IX. Untersuchungen über den Mechanismus der racemisierungsfreien Peptidsynthese mit Acylaminosäure-chinolyl-(8)-estern

✍ Scribed by Jakubke, Hans-Dieter ;Voigt†, Arno ;Burkhardt, Siegmar


Publisher
Wiley (John Wiley & Sons)
Year
1967
Tongue
English
Weight
327 KB
Volume
100
Category
Article
ISSN
0009-2940

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✦ Synopsis


Durch vergleichende kinetische Untersuchungen der Aminolyseaktivittiit verschiedener Acylaminosaure-chinolyl-ester wird der Beweis fur einen Reaktionsmechanismus erbracht, durch den die ungewohnlich hohe Geschwindigkeit und zugleich der racemisierungsfreie Verlauf der Chinolyl-(8)-ester-Aminolyse erklart werden kann.

Bedingt durch notwendige Reaktionen an einer mit dem asymmetrischen Zentrum verknupften funktionellen Gruppe, ist fast jeder Schritt bei der Peptidsynthese mit einem Racemisierungsrisiko verbunden .

Nach umfangreichen Untersuchungen von Weygund und Mitarbb. 2) mit dem vom gleichen Arbeitskreis entwickelten gaschromatographischen Verfahren3) zur Priifung auf Racemisierung, ist die von uns beschriebene Chinolyl-(8)-ester-Methode4~5), nach der Curtiusschen Azid-Methodes) und dem von Young in die Peptidchemie eingefuhrten N-Hydroxy-piperidyl-ester-Verfahren7), die dritte Synt hesevariante, die die strengen Anforderungen an Racemisierungssicherheit erfullt.

Die durch kinetische Messungens) ermittelte hohe Aminolyseaktivitat der Acylaminosaurechinolyl-(8)-ester la& sich nicht mit dem ublichen, auch fur die Esteraminolyse giiltigen, BAc2-Mechanismus erklaren. Da starke Aktivierung nach mechanistischen Studien von Youngs) auch die intramolekulare, reversible Bildung eines Azlactons fordert, ist der racemisierungsfreie Verlauf der Peptidsynthese uber Chi- nolyl-@)-ester nach dem oben erwiihnten Mechanismus nicht zu interpretieren.

Dagegen spricht auch der hohe pK,-Wert (9.89 bei 20°)9) der Aktivierungskomponente.