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Zur Pathophysiologie des Diabetes insipidus

✍ Scribed by Graser, Fritz


Publisher
Springer-Verlag
Year
1951
Weight
793 KB
Volume
70
Category
Article
ISSN
0044-2917

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✦ Synopsis


Obsehon sich die medizinisehe Forschung in den letzten Jahrzehnten unter anderem aueh sehr eingehend mit der funktionellen Analyse des Insipidus-Syndroms besch~ftigte nnd dabei zu grundlegenden Erkenntnissen fiber die neurohormonalen Einflfisse auf die Diurese kam, trifft man in der einschl~gigen Literatur nach wie vor auf eine unterschiedliche Interpretation der Theorie des Diabetes insipidus. Soweit es sich dabei um klinische Arbeiten und Darstellungen handelt, liegt dies wohl in erster Linie daran, dal~ das Krankheitsbild des Diabetes insipidus, wie das der meisten nenro-endokrinen St6rungen bzw. Regulationskrankheiten, eine beachtliche VariationsbreRe aufweist. Die unterschiedliche Entwicklung and Auspr~gung des Diabetes insipidus geht unter Umstgnden soweit, dab eines der drei fiihrenden Symptome, n~mlich Polydipsie, Polyurie oder Konzentrationsschw/~che ftir Kochsalz, unbestritten den Mittelpunkt der st6rung des betreffenden Patienten bildet. Es liegt in solchen F/~llen nut zu nahe, die funktionelle Pathologie des Diabetes insipidus yon dem eindrucksvollen Leitsymptom aus ~ufzurollen. Dementsprechend wird der Diabetes insipidus als Durstsyndrom 1, als hypophysgr-diencephale Polyurie ~ oder als Kochsalzstoffwechselst6rung a auf-gefalR. Solange man den Diabetes insipidus nur als Symptomenverband ~nsieht, kSnnen diese drei verschiedenen Charakterisierungen des Krankheitsbildes eine gewisse Geltung beanspruchen. Wenn man abet auf Grund der zahlreiehen Untersuehungen, die sieh an die beiden richtungweisenden Arbeiten yon 2'rank ~ und v. den Velden 5 ansch]ossen, den Diabetes insipidus auf eine bestimmte Hypophysenzwisehenhirnst6rung bezieht, d. h. ihn gls Syndrom des diencephal-neurohypophys~ren Funktionsausfalles auffalR, so hat man es mit einer yore pathophysio]ogischen Standpunkt her gesehen eil~eitlichen StSrung zu tun, zumal man sie zumeist yon anderen polyurischen St6rungen, insbesondere der primgren Polydipsie dutch den Durstversuch abzugrenzen vermag. Eine solehe Definition des Diabetes insipidus gebietet aber, die neurohormonale Zeitschrift fiir Kinderheilkunde, Bd. 70. 596


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