Zur Pathogenese des Erythematodes
✍ Scribed by A. Poehlmann
- Publisher
- Springer-Verlag
- Year
- 1949
- Tongue
- English
- Weight
- 669 KB
- Volume
- 188
- Category
- Article
- ISSN
- 0340-3696
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✦ Synopsis
Noch im Jahre 1916 schrieb ~,EWANDOWSKY 7 in seiner klassischen Monographie der Tuberkulose der Haut: ,Die Ätiologie und Pathogenese des Lupus erythematodes bildet ftir uns immer noch ein Rätsel, wenn auch beute einige Untersueher hoffen, wenigstens den Schlüssel zu seiner Lösung in der Hand zu haben." Trotz der wissenschaftlichen Arbeit, die seitdem zur Lösung dieser Frage geleistet wurde und des vorliegenden umfangreichen kasuistischen M~ter~als steht das Problem der Ätiologie des Erythematodes und insbesondere seine Beziehungen zur Tuberkulose auch heute noch zur Diskussion.
Nach der zunächst besonders von angelsächsischen Autoren vertretenen Theorie eines toxischen Ursprungs des Erythematodes ist derselbe keine pathologische Einheit, die eine spezifische Ursache hat, sondern ein besonderes Hautsymptom, das durch verschiedene toxisehe oder septische Ursachen erzielt werden kann, wobei den " Streptokokken eine dominierende I~olle zugeschrieben wird. Diese Arbeitshypothese, den Erythematodes als eine Hautreaktion auf verschiedene Schädliehkeiten anzusehen, wurde :ton namhaften Autoren, wie z. B. BnOCQ und JA»ASSOH~, übernommen. Dafür, daß die Intoxikation der Haut beim Erythematodes ihren Ursprung in kryptogenetisehen ~I~erden des Körpers hat, sprechen zu zahlreiche Beobachtungen von Besserung oder Heilung desselben nach Entfernung eines pyogenen Fokus, als daß man sie übergehen könnte. Den günstigen Einfluß der Entfernung von Zahngranulomea oder kranken Tonsillen auf den Erythematodes konnten auch wir im Laufe der Jahre immer wieder bestätigen. Wenn so für die Mehrzahl der Fälle von Erythematodes ätiologische Beziehungen zu den Streptokokken oder anderen unbekannten Keimen angenommen werden müssen, so bleibt doch trotz des Widerstreits der Meinungen eine Minderzahl von Fällen fibrig, bei denen ein Zusamrnenh~ng mit Tuberkulose mehr wie nur wahrscheinlich ist.
Endlich ist es unzweifelhaft, daß als auslösender Faktor der Gewebsreaktion bei den meisten Erythematodes-Kranken die Wirkung der
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