𝔖 Bobbio Scriptorium
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Zur Organotropie der Rückfallfieber-Spirochäte Borrelia duttoni. NOVY et KNAPP in der Zecke Ornithodorus moubata MURRAY. Versuch einer Kennzeichnung der Substanz, welche die Organotropie verursacht

✍ Scribed by F. Grün; Chr. Blatter


Publisher
John Wiley and Sons
Year
1960
Tongue
German
Weight
588 KB
Volume
43
Category
Article
ISSN
0018-019X

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✦ Synopsis


  1. Einleitung und Problemstellung. -1.1. Die Spirochatenkrankheit ((Afrikanisches Riickfallfieber R wird durch die Zecke Orizithodorus iibertragen : Beim Saugen auf eineni infizierten Menschen nimmt die Zecke Spirochaten auf, und bei spaterem Saugen iibertragt sie einige davon auf einen unter Umstanden noch nicht infizierten Menschen. I n der vorliegenden Arbeit interessiert uns das Verhalten der Spirochaten in der Zecke: Sie gelangen aus dem Verdauungsapparat in die Hamolymphe und schliesslich in verschiedene Organe. Einzelne der Organe werden dabei wesentlich starker als andere befallen ; man spricht von einer Organotropie der Spirochaten. Organotropien sind bei vielen Krankheitserregern bekannt ; bei den Ruckfallfieber-Spirochaten erhalt die Erscheinung dadurch eine besondere Bedeutung, dass bei weiblichen Zecken auch die Eizellen zu den bevorzugt befallenen Organen gehoren. So konnen Spirochaten ohne Passage iiber den Menschen von einer Zeckengeneration auf die nachste iibertragen werden. Vor allem aus diesem Grunde wurde die Organotropie von Borrelia duttoni schon von verschiedenen Autoren untersucht l).

1.2. GEIGY & SAKASIN z, sowie SARA SIN^) haben kurzlich eine Technik ent- wickelt, um in vitro Versuche iiber die Organotropie durchzufiihren, und es ist ihnen mit dieser Technik gelungen, die Erscheinung zum ersten Ma1 quantitativ zu erfassen : Die verschiedenen Organe der Zecke werden unter anderem durch ihre ((maximale Wirkungsdistanz )) und durch ihre (( Latenzzeit H gekennzeichnet. I n der vorliegenden Arbeit versuchen wir nun, die von GEIGY und SARASIN erhaltenen Zahlen zu deuten4). Wir nehmen an, dass die Organe bei diesen Versuchen (und ebenso in vivo) eine Substanz X abgeben, die das Verhalten der Spirochaten beeinflusst, und wir setzen uns das Ziel, aus der maximalen Wirkungsdistanz und der Latenzzeit den Diffusionskoeffizienten D von X zu berechnen und so zu einer gewissen Kennzeichnung von X zu gelangen.

Wir schildern in Abschnitt 2 kurz die GEIGY-SARASINschen Experimente, in 3 interpretieren wir diese Experimente als Diffusionsversuche, in 4 geben wir die Formeln, die zur Auswertung der Versuche auf Grund dieser Interpretation benotigt werden, und in Abschnitt 5 die Ergebnisse unserer Untersuchung, den Wert von D und seine Deutung. l) Siehe die Literaturangaben in der Dissertation von G. s A R . 4 S I N 3 ) .