Zur operativen Therapie der restlichen Gelenkveränderungen nach konservativer Behandlung der Luxatio coxae congenita
✍ Scribed by J. Holewitsch; A. Antonoff
- Publisher
- Springer
- Year
- 1963
- Tongue
- English
- Weight
- 746 KB
- Volume
- 55
- Category
- Article
- ISSN
- 1434-3916
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✦ Synopsis
Die konservative Behandlung der Luxatio coxae congenita zwisehen dem i. und dem 3. Lebensjahr 16st des 6fteren eine Unstabilit/it des Gelenkes aus. Bei Abduktion, Flexion und Innenrotation besteht r6ntgenologiseh eine einwandfreie Stellung, beim Streeken des Beines jedoeh bleibt der Femurkopf aul3erhalb des Pfannendaehes.
Die Unstabilit/~t des Gelenkes ist auf drei Griinde zurtickzuffihren, wobei jeder in versehiedenen Graden vorkommen kann:
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Abweiehung naeh vorne und Vergr6gerung des Sehenkelhalswinkels des Femurs --Anteversion und Valgusstellung. Zu diesen eharakteristisehen Ver/inderungen haben wit vor einigen Jahren die sogenannte Coxa valga eapitata, d. h. die Valgusabweiehung des Sehenkelkopfes gegen/iber dem SehenkelhMs zugez£hlt (PAUWELS, CAMPBELL, JUDET, ANTONOFF).
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Anderungen innerha]b der Pfanne. Am h/~ufigsten wird die Frage des bleibenden steilen Pfannendaches und die M6gliehkeiten ffir seine Entwieklung diskutiert (JuDET, BE~TRAXD, OaTOLAXI, NASSIE U. a.). Erst in den letzten Jahren wurde die Gelenkpfanne als Ganzes in Betraeht gezogen. NormMerweise liegt sie naeh unten und etwas naeh vorn. Bei unstabilen und subluxierten Gelenken wird bei Operationen sehr oft festgestellt, dab die Pfanne stark naeh vorn (bis 50--60 °) und naeh auBen verlagert ist --Anteversion und Lateralversion der Pfanne. Die Anteversion der Pfanne fiihrt zur vorderen Subluxation des Sehenkelkopfes beim gestreekten Bein (LANGENSKIOLD, LAUaE~T, SALTER).
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Interposition der Weiehteile. Die interponierten Weiehteile (lagerver/~nderter Limbus, verst/irktes Ligamentum teres, verstopfter Pulvinar) werden als einer der Grtinde fiir die mil3erfolgte Reposition betraehtet (ZAIIRADNICEK, BEI~TI~AND U. a.). Wenn die interponierten Gewebe nieht zu groB sind, kann der wieder eingerenkte Kopf verh/~Itnism/iBig stabil bleiben, und zwar meist in Lateralposition.
Znsammen mit den beiden anderen Abweiehungen verst/~rkt sie die Unstabilit/it des Gelenkes. Es ist zu beaehten, dab die Anteversion der Pfanne mit einer Interposition verwechselt werden kann. Um diesen Fehler zu vermeiden, ist es ratsam, das unstabile Gelenk zu rSntgen und zwar nieht nur in Abduktion und Innenrotation, sondern aueh in Flexion. Wenn die Lateralposition auf die Anteversion der Pfanne zur/iekzuf/ihren ist, kann man sie bei der Durehleuehtung nieht sehen (Abb. 7 b, e).